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ClearOS Community

Die Setup-Routine der Community-Version basiert erwartungsgemäß auf Red Hats Anaconda-Installer und erfordert nur wenige Benutzereingaben, darunter ein Passwort für den Root-Account. Nach dem Reboot präsentiert ClearOS eine Info-Seite, mit deren Hilfe der Admin etwa einen Standard-Browser auswählen oder sich an den angegebenen URL am Webinterface »https://ClearOS-Server:81« anmelden kann. Mit »Go to Command Line« ist auch ein direktes Terminal-Login mit dem Administrator-Account möglich. Der Root-Account ist auch für das Anmelden am Webinterface erforderlich, das den Admin mit einem "Get-Started-Guide" begrüßt und dann mithilfe des Assistenten durch die wichtigsten Basis-Einstellungen leitet, etwa ob ClearOS im Server- (ohne Firewall), Public-Server oder Gateway-Modus betrieben werden soll, was an die Herkunft von ClearOS als Routersystem erinnert. Nach dem Abarbeiten des Assistenten, der sich im Wesentlichen der Konfiguration der Netzwerkinterfaces widmet (Abbildung 4), möchte das System verfügbare Updates installieren, die sich zum Testzeitpunkt der brandneuen Version 6.3 auf wenige Pakete beschränkten.

Abbildung 4: Ein Konfigurations-Assistent leitet durch die wichtigsten Schritte zur Basis-Konfiguration von ClearOS, darunter an erster Stelle der Netzwerkmodus.

Registrierung zwingend

Ist das erledigt, zwingt auch die Community-Version den Administrator, die Installation mit einem Clearcenter-Account zu registrieren, sonst lassen sich keine weitere Komponenten installieren. Dabei muss er auch den Servernamen festlegen, der allerdings nicht mehr – wie bei früheren Versionen – zwangsweise der Domain »poweredbyclear.com« vorangestellt wird. Stattdessen kann er den, bei ClearOS »Internet Domain« genannten DNS-Domain-Namen im nächsten Schritt frei wählen.

Nach der Auswahl der Zeitzone springt der Setup-Assistenten am Ende automatisch ins Menü »Marketplace | Server-Apps« und ermöglicht das Nachinstallieren der Apps aus dem Clearcenter-Marketplace. Damit kann der Admin den, im Gegensatz zu Zentyal sehr reduzierten Basis-Funktionsumfang, nach seinen Vorstellungen erweitern (Abbildung 5). Der Clear-Marketplace bietet unabhängig davon, ob der Admin die Community-Version oder eine kommerzielle Variante installiert, eine reichhaltige Auswahl freier und kostenpflichtiger Apps, von denen allerdings einige, wie Windows-Networking, FTP-Server, Print Server oder SMTP-Server eigentlich zur Grundausstattung gehören. Offenbar sind viele ehemalige Basis-Funktionen der Vorgängerversionen inzwischen in den Marketplace gewandert.

Abbildung 5: ClearOS geht mit dem Zeitgeist und verpackt Funktionen in Apps, die sich über den Marketplace installieren lassen.

Empfehlenswert ist beispielsweise die App "Flexshares" (Abbildung 6), mit deren Hilfe ein freigegebenes Verzeichnis nicht nur via SMB oder FTP erreichbar ist, sondern sich über den Webserver auch als Dropbox freigeben lässt. Dies erfordert allerdings die Installation eines "Account Manager", der bei ClearOS wahlweise auf OpenLDAP (builtin) oder Active Directory basiert. Im letzten Fall bietet ClearOS an, den "Active Directory Connector" aus dem Marketplace zu installieren, der einen laufenden Active Directory Server voraussetzt (Abbildung 7). Die Konfiguration von OpenLDAP erfordert lediglich die Angabe der gewünschten Base-Domain.

Abbildung 6: Mit der Hilfe der App Flexshare ist ein freigegebenes Verzeichnis nicht nur via SMB oder FTP erreichbar, sondern lässt sich über den Webserver auch als Dropbox freigeben.
Abbildung 7: Bei der Verwaltung von Benutzer-Accounts unterstützt ClearOS neben OpenLDAP mithilfe der kommerziellen App "Active Directory Connector" auch Microsofts Verzeichnisdienst.

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