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Täglich kommunizieren

Kommunikation spielt in der Kanban-Methode eine wichtige Rolle, und der wichtigste Ort dafür ist das tägliche Stand-up-Meeting. Sein Ziel ist es, Probleme im Prozessablauf aufzudecken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Teilnehmer des Standup-Meetings sind vor allem die Mitglieder des Admin-Teams, und auch für die Projektverantwortlichen ist es sinnvoll investierte Zeit.

Wie diese Standup-Meetings die kontinuierliche Verbesserung vorantreiben und allen Beteiligten Gelegenheit geben, einen Beitrag dazu zu leisten, zeigt auf sehr anschauliche Weise die im Comicstil illustrierte Geschichte "Ein Tag in Kanban-Land" [1].

In den Abbildungen 2 bis 5 ist ein Abschnitt aus der Geschichte nachgestellt. Zunächst war alles prima gelaufen. Die Entwickler hatten Projekt A bereits zur Auslieferung weitergereicht, und Projekt B wartete auch schon, dass der einzige Platz in der Auslieferungs-Spalte wieder frei würde. Normalerweise würde das freie Entwicklerteam sich jetzt Projekt D holen, aber ihr WIP-Limit verhindert es (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ein Problem bei der Auslieferung blockiert die ganze Kette. Das WiP-Limit der Entwicklung verhindert, dass unaufhörlich Projekte nachrutschen.

Macht Kanban hier also die Entwickler zum Engpass, obwohl sie freie Kapazität haben? Nein! Die Methode deckt lediglich den wahren Engpass auf, nämlich die Auslieferung. Hier stockt der Auftragsfluss gerade, weil es Probleme mit Projekt A gibt. Anstatt also über die Admins, die immer alles aufhalten, zu lästern, investieren die Entwickler ihre freie Kapazität effektiver in die Beseitigung der Blockade (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Entwickler helfen bei der Auslieferung, so werden ihre Kapazitäten besser investiert, nämlich dort, wo es klemmt.

Die Situation verschärft sich, als das andere Entwicklerteam seine Arbeit an Projekt C abschließt (Abbildung 4). Die Freude des Projektmanagers darüber ist nur von kurzer Dauer, denn anstatt weitere Aufträge in den Stau schicken zu dürfen, muss er warten, bis das Problem aus dem Weg geräumt ist (Abbildung 5). Spoiler Alert: Projekt A geht schließlich erfolgreich in Produktion, und es werden von den Beteiligten unmittelbar Maßnahmen getroffen, um eine Wiederholung des Problems in Zukunft zu vermeiden. Dieses Beispiel zeigt anschaulich, wie die Kanban-Methode den Fokus auf die Schwachstellen im Auftragsfluss lenkt und alle Beteiligten zwingt, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Abbildung 5: Sobald die Ursache der Stockung beseitigt ist, geht es überall weiter.
Abbildung 4: Der Stau vor der Auslieferung nimmt noch zu.

In größeren, unregelmäßigen Abständen ist dann ein Operations Review sinnvoll, das, ähnlich der Retrospektive in Scrum, die kontinuierliche Verbesserung der gesamten Projektabläufe zum Ziel hat. Deshalb ist zusätzlich zu den IT-Mitarbeitern das Management ein unverzichtbarer Teil des Teilnehmerkreises.

Kanban im Vergleich

Dass Kanban dem Wasserfall-Modell bei Weitem überlegen ist, hat es mit den anderen agilen Methoden gemeinsam. Insbesondere die sich schneller zeigenden Resultate und die weitaus verlässlicheren Prognosen und Zusagen sind Vorteile, die jeder schnell zu schätzen weiß.

Auch den Vergleich mit Scrum muss die Kanban-Methode nicht scheuen. Ihre Einführung ist deutlich einfacher, denn sie kommt ohne vorgeschriebene Rollen aus und benötigt nur einfachste Mittel – eine Pinwand genügt. Dass sie, statt Generalisten zu bevorzugen, eine Spezialisierung der Beteiligten erlaubt, entspricht deutlich besser der Realität eines Operation-Bereichs mit seinen Netzwerk-Admins und DBAs. Dadurch, dass bei Kanban Iterationen optional (wenn auch zumindest zu Beginn hilfreich) sowie Planung und Auslieferung unabhängig voneinander sind, erlaubt die Methode viel Flexibilität. Es schafft Zufriedenheit auf beiden Seiten, dass neue Aufträge jederzeit erteilt werden können, ohne dass sie (dank WIP-Limits) zu einer Überlastung führen können. Die Größe der Aufträge ist nicht vorgeschrieben, und auf eine teure Aufwandsschätzung kann verzichtet werden. Als einer der wichtigsten Vorteile gegenüber Scrum gibt der Verzicht der Kanban-Methode auf Time-Boxing dem Ops-Team den nötigen Spielraum, seine Kapazität optimal zu nutzen.

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Ausgabe /2019