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System Storage Manager

Sehr interessant ist auch der neue System Storage Manager (SSM) [12], mit dem Admins zahlreiche Aufgaben zur Datenträgerkonfiguration in einheitlicher Syntax erledigen können, statt Tools wie »fdisk« , »btrfs« , »cryptsetup« , »lvm2« , »mdadm« oder »resize2fs« miteinander kombinieren zu müssen. So kann der Fedora-Admin zum Beispiel mit der Option »create« Ext3-, Ext4-, XFS- und Btrfs-Volumes anlegen oder sie mit »check« überprüfen.

Die Option »snapshot« legt einen Snapshot an, wenn der Datenspeicher dies unterstützt. SSM kann auch LVM-, RAID oder Btrfs-Pools erstellen, erweitern oder löschen und mit »list« Geräte, Volumes oder LVM-/RAID-/Btrfs-Pools auflisten. Per »resize« vergrößert und verkleinert »ssm« Volumes (Abbildung 4) und/oder Dateisysteme, »remove« löscht sie auf Wunsch. Die Befehle sind weitgehend selbsterklärend. Weitere Informationen liefert »man ssm« .

Abbildung 4: Der neue System Storage Manager vereinfacht das Verkleinern logischer Volumes ungemein.

Muss der Admin etwa für das Anlegen logischer Volumes in einer LVM-Volumegroup beim klassischen Vorgehen die Kommandos »fdisk« , »mkfs« , »pvcreate« , »vgcreate« , »vgdisplay« , »lvcreate« und »lvdisplay« verwenden, genügt mit SSM ein einziger Befehl. Zunächst verschafft »ssm list« eine Übersicht sämtlicher verfügbaren Geräte, neben physischen auch bereits existente LVM-Groups oder RAID-Verbünde.

Die LVM-Gruppe für die Fedora-Partition im Beispiel legt Anaconda übrigens beim automatischen Partitionieren an, ebenso wie die 500 MByte große, nicht zur LVM-Gruppe gehörige Boot-Partititon. Das Anlegen eines neuen logischen LVM-Volumes kann dann ganz einfach mit

ssm create -s 4G --fstype ext4 /dev/sdb

erfolgen. Das Kommando legt im Beispiel ein logisches Volume von 4 GByte Größe an und formatiert es mit Ext4. Die dazu erforderliche Volume-Group »/dev/lvm_pool« legt das Kommando ebenfalls automatisch an, was sich leicht mit dem in Fedora ebenfalls enthaltenen grafischen Logical Volume Manager verifizieren lässt, sofern das Paket »system-config-vlm« installiert ist.

Das Tool stellt in vielen Szenarien eine enorme Arbeitserleichterung da, weil es viele Dinge automatisch erledigt, etwa das Anlegen einer Volumegroup beim Erzeugen eines logischen Volumes oder das Anlegen physischer Volumes beim Erweitern einer Volumegroup. Umgekehrt ist es jedoch nicht möglich, etwa eine LVM-Volumegroup einfach nur anzulegen, ohne automatisch Volumes zu erzeugen, wie beim Verwenden der klassischen Werkzeuge. Das Wiederherstellen von LVM-Snapshots funktioniert mit SSM ebenfalls noch nicht. Leider zeigt SSM auch nicht an, welche der zugrunde liegenden Tools es selbst verwendet.

Fazit

Fedora 18 beinhaltet aus Admin-Sicht wie immer ein Füllhorn neuer Open-Source-Technologie und neuer Funktionen. Großes Potenzial steckt zweifelsohne im Ovirt-Framework. Dass Fedora mit Eucalyptus und Open Stack gleich zwei Private-Cloud-Architekturen unterstützt, zeigt entweder, dass man dem Admin/Anwender größtmögliche Freiheit einräumt, oder dass sich die Planer nicht sicher sind, wohin die Reise geht. In der Open-Source-Community hat derzeit Open Stack mehr Anhänger als Eucalyptus und Open Nebula.

Besonders gut gefallen hat uns auch das neue Tool System Storage Manager, das für viele Admins eine erhebliche Arbeitserleichterung darstellt. Die Anlaufschwierigkeiten von Fedora 18 insbesondere im Anwender-Bereich werden den Admin kaum beunruhigen. Wie üblich werden die noch vorhandenen Bugs gefixt werden, denn Fedora 18 ist die Basis für die kommende Version 7 von Red Hat Enterprise Linux [13].

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