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Red Hat Enterprise Virtualization 3.1

Basis aller Cloud- und Virtualisierungstechnologien von Red Hat ist die ebenfalls seit Dezember 2012 in einer aktualisierten Version 3.1 verfügbare Virtualisierungsplattform Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) [23] für Server [24] und Desktops [25]. Dieser Beitrag beschränkt sich auf die Neuerungen, die RHEV 3.1 auf einen Level mit den Enterprise-Virtualisierern von VMware, Citrix und Microsoft heben, denen RHEV 3.1 technologisch mit der Unterstützung von bis zu 160 CPUs in virtuellen Maschinen und bis zu 2 TByte Speicher sogar überlegen ist.

Red Hats Enterprise Virtualization war bekanntlich zu großen Teilen im Jahr 2008 aus der Akquisition des israelischen Software-Herstellers Qumranet hervorgegangen, ebenso wie der seit Linux 2.6.20 offiziell im Kernel verankerte KVM-Hypervisor sowie große Teile der in RHEV verbauten Komponenten, inklusive der auf dem Ovirt-Framework und dem Spice-Protokoll basierenden Desktop-Virtualisierung. Mit dem mittlerweile in ein Community-Projekt überführten Ovirt-Framework (Abbildung 6) lässt sich ein leistungsfähiges Datacenter-Management aus Linux-Hosts unter RHEL oder Fedora aufbauen. Die konzeptionelle Vergleichbarkeit mit VMware & Co gelingt Red Hat aber erst mit RHEV 3.1, weil die Red-Hat-Entwickler über die Jahre proprietäre Code-Bestandteile (C#) erst durch Open-Source-Code ersetzen mussten.

Abbildung 6: Das Ovirt-Framework als Management-Werkzeug.

Eine typische RHEV-Umgebung besteht aus einem (oder mehreren) Hypervisor-Hosts (RHEV-H) und dem Management-System (RHEV-M), das nun endlich eine reine Java-Anwendung ist. Eine unschöne Folge des Deals aus 2008 bestand nämlich bis RHEV 3.0 darin, dass das Management-System (Administrationskonsole) zum Verwalten der Wirtssysteme nur auf Windows-Hosts lief, weil es zwingend IE7, Dot-Net und ein Active Directory voraussetzte. Wie die Administrationskonsole aussieht, lässt sich auch ohne RHEV-Subscription einigermaßen nachvollziehen, indem man einfach das Ovirt-Framework unter Fedora installiert.

RHEV 3.1 bringt weitere Verbesserungen mit, etwa bei den unterstützten Speichertechnologien, der Benutzerverwaltung, der Skalierbarkeit und bei der Funktionalität virtueller Desktops. Der KVM-Hypervisor unterstützt in RHEV neueste x86-Prozessoren. Ferner supportet RHEV 3.1 als Technologie-Preview die Live-Migration von Speicher. So lassen sich virtuelle Festplatten der VMs zwischen verschiedenen Speichersystemen (SAN, iSCSI, NFS) migrieren, ohne die Maschine anzuhalten.

Red Hat Enterprise Virtualization 3.1 lässt sich darüber hinaus mit der seit Juni 2012 verfügbaren Version 2.0 des auf GlusterFS [26] aufsetzenden Red Hat Storage Servers kombinieren. RHEV kann dann den vom Storage Server zur Verfügung gestellten Speicherplatz nutzen.

Abbildung 7: Red Hats Storage Server liegt sowohl für den Vor-Ort-Einsatz als auch für die Verwendung mit privaten und hybriden Clouds vor – hier als skalierbares NAS für Amazon Web Services.

Fazit

Red Hats Unternehmensphilosophie, selbst entwickelte oder durch strategische Übernahmen erworbene Technologien nach Abschluss der Testphase oder dem Beseitigen von proprietären Bestandteilen in Open-Source-Projekte zu überführen, ist durchgängig zu beobachten und hat Methode. Mit KVM, JBoss, Ovirt, Delta-cloud, OpenShift seien nur einige populäre Beispiele genannt. Viele der Technologien sind aus strategischen Übernahmen hervorgegangen, was zeigt, dass Red Hat tief im Open-Source-Gedankengut verwurzelt ist und die Idee von Open Source mit den Anforderungen eines wirtschaftlich agierenden Unternehmens verbindet. Red Hat ist schließlich auch wirtschaftlich der bedeutendste Open-Source-Hersteller und einer der wenigen, die stetig Gewinne erwirtschaften.

Das Übergeben von durch Red Hat weiterentwickelten Technologien an Open-Source-Stiftungen zahlt sich für das Unternehmen mehrfach aus. Zum einen ermöglichen Community-Entwickler einen stetigen Know-How-Transfer, der letztendlich allen zugute kommt und die Produkte besser und bekannter macht. Ferner ermöglichen Community-Projekte einen herstellerübergreifenden Austausch über Protokolle und Schnittstellen, was Red-Hat-Produkte oft schneller in die Lage versetzt, sich als herstellerunabhängige Standards im Markt erfolgreich zu etablieren.

Dieses Ziel verfolgen die Amerikaner auch mit ihrer Cloud-Strategie hin zu einer offenen, hybriden und herstellerunabhängigen Cloud. Red Hats Cloud-Stratgie hält somit, insbesondere im Zusammenhang mit vorkonfektionierten Lösungen wie Red Hat Hybrid Infrastructure-as-a-Service und Cloud with Virtualization Bundle, Vergleiche mit kommerziellen Lösungen wie etwa Microsoft System Center oder VMware vCloud Suite durchaus stand.

Die neuen Produktkreationen enthalten sämtliche Komponenten zum Aufbauen und Verwalten von Clouds, von den elementaren Virtualisierungstechnologien bis zu CloudForms, das nicht nur dem Orchestrieren von Clouds dient, sondern sich künftig zu einem zentralen System-Management-Werkzeug entwickeln und RHN Sattelite ablösen soll.

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