Suchen und Ersetzen im Vim-Editor

© Adchariya Chanpipat, 123RF

Im Sucher

Wer gelernt hat, sich ohne Cursor-Tasten durch den Vim-Editor zu bewegen, kann sich an die nächste Herausforderung wagen: Suchen und Ersetzen, auf Wunsch auch mit Regular Expressions oder interaktiv.
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Als Abkömmling des alten Vi-Editors, der aus dem Jahr 1976 stammt, ist Vim einer der am weitestverbreiteten Texteditoren überhaupt, insbesondere in Linux-Distributionen. Bei den meisten ist er standardmäßig enthalten und es gibt kaum einen Anwender, der nicht mit ihm Bekanntschaft gemacht hat – und sei es nur, dass er oder sie unabsichtlich in den Vim-Editor gelangte und nicht wusste, wie man ihn beendet.

Viele Anwender lernen dann die grundlegende Bedienung, gelangen aber kaum darüber hinaus. Für viele bleibt zum Beispiel die Suche in dem Texteditor immer ein Buch mit sieben Siegeln. Das ist sehr verständlich, denn mit seinen vielen Eigenheiten und Hunderten von Tastaturkürzeln wirkt Vim oft eher wie ein eigenes Betriebssystem als wie ein Editor. Auf jeden Fall kann man seine umfangreichen Fähigkeiten nicht nutzen, wenn man sich darauf beschränkt, mit den Cursor-Tasten durch eine Datei zu navigieren. Sich ein paar grundlegende Suchbefehle anzueignen, bringt einen wahren Schub für die eigene Produktivität.

Basis-Suche

Wie Sie vielleicht wissen, gibt es in Vim zwei unterschiedliche Modi: den Befehlsmodus und den Einfügemodus. Man startet Vim im Befehlsmodus und drückt dann beispielsweise [i], um in den Einfügemodus zu gelangen und Text einzugeben. Ein Druck auf die [Esc]-Taste versetzt Vim wieder in den Befehlsmodus. Am unteren Rand des Fensters zeigt Vim eine Statusleiste, in der etwa der Einfügemodus gekennzeichnet ist.

Die Befehle und Tastenkürzel für die reine Suche in Vim unterscheiden sich von denen für das Suchen und Ersetzen. Wie die meisten anderen werden sie im Befehlsmodus eingegeben. Die grundlegende Suche könnte kaum einfacher sein: Geben Sie »/Suchbegriff« ein, um von der aktuellen Cursor-Position ausgehend die Datei nach dem Suchbegriff zu durchsuchen. Um rückwärts zu suchen, verwenden Sie »?Suchbegriff« . Im Prinzip steckt dahinter ein System, das sich dem deutschen Anwender nicht unbedingt erschließt: Auf der US-amerikanischen Tastatur liegen diese beiden Buchstaben auf derselben Taste. Per Default unterscheidet Vim hier Groß- und Kleinschreibung, eine Suche nach »Vim« findet also weder »vim« noch »VIM« .

Wollen Sie nach einem Treffer weitersuchen, drücken Sie die Taste [n]. Um alternativ weiter in der Datei nach oben zu suchen, verwenden Sie [N]. Die Systematik entspricht hier derjenigen der Suche: Auch [n] und [N] unterscheiden sich nur durch einen [Shift]-Druck, aber hiervon profitieren auch Anwender mit deutscher Tastatur.

Zwillinge finden

Das waren aber nur die absoluten Basics. Steht der Cursor auf einem bestimmten Wort und Sie drücken [*], springt er zum nächsten Vorkommen dieses Worts in der Datei. Der umgekehrte Fall, zurück zu springen, lässt sich mit [#] erreichen. Vim findet hierbei nur genau das Wort, aber keine Substrings, eine Suche nach »Admin« springt also nicht zu »Administrator« . Um das zu erreichen, verwenden Sie die Tastenfolge [g][*] beziehungsweise [g][#].

Weitere Variationen der grundlegenden Suchbefehle erlauben noch weitere Suchoptionen. Geben Sie nur [/] ein, nachdem Sie einmal gesucht haben, wiederholt Vim die letzte Suche. Mit einer Zahl kombiniert, springt der Editor zu dem n-ten Vorkommen des Suchbegriffs: »/5/command« springt also zu der fünften Stelle, an der der String »command« steht. Das lässt sich wiederum mit den eben beschriebenen Kürzeln kombinieren. So springt »/2*« zur zweiten Stelle, an der das aktuelle Wort steht. Per Default landet man dabei immer am Anfang des Suchbegriffs. Wollen Sie stattdessen ans Ende springen, schreiben Sie hinter den Suchbegriff »/e« .

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