Mit den Tipps und Workshops im ADMIN-Magazin 03/2013 sichern Administratoren ihre Webserver und Netze gegen Angriffe ab: gegen Abhören sensibler Informationen, ... (mehr)

Erstes Login

Jetzt können Sie sich zum ersten Mal mit dem Account »system« und dem vorher vergebenen Passwort anmelden. Auf der Systemkonsole ist der Login-Prompt nicht automatisch zu sehen. Sie müssen vorher die Eingabetaste drücken, damit er sichtbar wird. Nun initialisieren und mounten Sie die beiden anderen konfigurierten Fesplatten:

 

Damit die Platten auch bei jedem Booten gemountet werden, muss man sie in die Startup-Datei »sys$manager:systartup_vms.com« eintragen, die OpenVMS bei jedem Neustart ausführt. Setzen Sie die Terminaleinstellungen mit »set term/vt100« und öffnen Sie dann mit »edit sys$manager:systartup_vms.com« die Datei im Editor. Mit den Maustasten und sogar den Bildschirmscrolltasten können Sie sich durch die Datei bewegen. Gehen Sie ganz ans Ende und fügen Sie vor der Zeile »$ EXIT« zwei neue Zeilen ein:

 

Die Dollarzeichen gehören dazu. Kommentarzeilen werden dagegen mit »$!« eingeleitet, wie Sie in den darüberliegenden Zeilen sehen können. Mit [Strg]+[z] speichern Sie die Datei und beenden den Editor. Alternativ gelangen Sie mit [F4] in seinen Befehlsmodus. Dort geben Sie »write« zum Speichern und »exit« zum Beenden ein. Mit dem Befehl »@sys$system:shutdown« fahren Sie das System herunter, nachdem Sie ein paar Fragen beantwortet haben.

Generell ist das Dateisystemkonzept von VMS für Unix-Anwender sehr gewöhnungsbedürftig [3]. Es gibt keinen einheitlichen Dateibaum, sondern mehrere Drives (»duaX« ), ähnlich wie bei DOS und Windows. Das jeweils aktuelle Unterverzeichnis behält VMS aber bei, wenn der Anwender das Drive wechselt. Befindet man sich also etwa in »dua1:[ofr]« und wechselt dann nach »dua3« , geht VMS vom Verzeichnis »dua3:[ofr]« aus. Groß- und Kleinschreibung spielt dabei übrigens keine Rolle. Die dazu gehörigen Befehle heißen »set default« (Unix: »cd« ) und »show default« (»pwd« ). Da sich VMS-Befehle abkürzen lassen, solange sie eindeutig sind, werden diese meist zu »set def« und »sh def« verkürzt. Eine Übersicht ist in Tabelle 1 auf der nächsten Seite zu finden.

Tabelle 1

VMS-Survival-Kit

Unix-Befehl

VMS-Pendant

cd Dir

SET DEF [.DIR]

cd Dir/Subdir

SET DEF [.DIR.SUBDIR]

cd ..

SET DEF [-]

pwd

SH DEF

ls

DIR

mkdir

CREATE/DIR [DIR]

rm

DEL

Benutzermanagement

Ähnlich wie bei Linux wird der Systembenutzer nur für administrative Aufgaben verwendet. Um einen neuen Account anzulegen, wechseln Sie erst mit »set def sys$system« ins Systemverzeichnis. Mit »r authorize« gelangen Sie in das Interface zum Editieren des User Authorization File (UAF). Dort geben Sie den folgenden Befehl ein:

 

Der letzte Teil »priv=all« gibt dem Benutzer prinzipiell alle verfügbaren Privilegien, die er später mit »set proc/priv=all« erlangen kann, wenn er eingeloggt ist, ähnlich wie ein Sudo-Benutzer bei Ubuntu Linux. Mit »exit« beenden Sie das Editieren des UAF. Nun fehlt noch das Home-Verzeichnis, das der Befehl »create/dir dua1:[Homedir]« anlegt. Die Berechtigungen setzt »set directory/owner=Login dua1:[Homedir]« .

Wenn Sie nun neu booten, können Sie sich mit dem neuen Benutzer-Account einloggen und damit arbeiten.

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