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Manuelles Installieren unter RHEL

Das manuelle Einrichten von OVD unter Red Hat Enterprise Linux oder Suse Linux Enterprise Server macht etwas mehr Aufwand, bietet dem Admin aber auch mehr Flexibilität. Bei allen RHEL-basierten Distributionen muss zunächst SELinux in der Datei »/etc/selinux/config« deaktiviert oder in den Permissive Mode geschaltet und das System anschließend neu gebootet werden.

Dann legt der Admin ein Yum-Repository »/etc/yum.repos.d/ovd.repo« mit dem Inhalt aus Listing 1 an.

Listing 1

ovd.repo

 

Anschließend ist zunächst MySQL mit »yum install mysql mysql-server« zu installieren und danach der MySQL-Server mit »chkconfig mysqld on« für den permanenten Systemstart vorzubereiten. Dann kann der MySQL-Server mit »service mysqld start« aktiviert werden. Das MySQL-Root-Passwort muss der Admin manuell festlegen:

mysqladmin -u root password Passwort

Danach kann er sich an MySQL anmelden und die Datenbank »ovd« anlegen.

mysql -u root -p -e 'create database ovd'

Anschließend muss er mit »yum install ulteo-ovd-session-manager« das Paket für den Session-Manager installieren. Das eigentliche Installieren des Session-Managers (entfällt bei Easy-Install-Variante) erfolgt mit »sm-config« . Nach dem Eingeben des Default-Passworts »admin« bietet das Tool an (zweimal Eingabe drücken, sofern der Default-Pfad für die Chroot-Session erhalten bleiben soll), das gesamte Paket in einer Chroot-Umgebung vom Ulteo-Download-Server in »var/cache/ulteo/sessionmanager« herunterzuladen und zu installieren. Auch hier ist die im obigen Ubuntu-Beispiel veranschlagte Wartezeit für das »base.tar-gz« -Archiv zu berücksichtigen. Ist das geschehen, muss lediglich der Apache-Webserver gestartet werden.

Zum Einrichten des Application-Servers und/oder des Fileservers ist das Paket »ulteo-ovd-subsystem« zu installieren und anschließend das CLI-Konfigurationswerkzeugs »ovd-subsystem-config« aufzurufen. Es kümmert sich nach einem »chroot« in »/opt/ulteo« selbstständig um das Einrichten des Application-Servers. Abschließend kann der Admin das Subsystem mit »service ulteo-ovd-subsystem start« starten.

Web-Client

Auch der Web-Client muss außer bei der Easy-Install-Methode manuell installiert werden. Bei älteren Ulteo-Versionen (vor 3.0) wurde er noch automatisch zusammen mit dem Session-Manager installiert. Es ist möglich, aber nicht zwingend, den Web-Client auf der gleichen Maschine zu installieren wie den Session-Manager. Zur Inbetriebnahme sind die folgenden Pakete zu installieren: »ulteo-ovd-web-client« , »ulteo-ovd-web-client-ajaxplorer« .

Danach muss der Admin das zugehörige Konfigurationswerkzeug »ovd-webclient-config« aufrufen und die Frage »Do you want to link the web client to a specific Session-Manager?« mit »yes« beantworten, gefolgt von der Bestätigung der angezeigten Session-Manager-Adresse. Je nachdem, auf welcher Maschine der Web-Client installiert wurde, ist anschließend ein Start/Neustart des Webservers erforderlich. Ist das geschehen, kann man sich unter der URL »https://Session-Manager/ovd/admin« mit »admin/admin« anmelden.

Beim ersten Login erkennt das System, dass es noch nicht vollständig konfiguriert ist. Daher wird der Admin unmittelbar auf eine Basis-Setup-Seite umgeleitet, auf der er beispielsweise die MySQL-Konfiguration überprüfen oder ändern kann. Hat er diese Einstellungen einmal bestätigt, wird er auf die reguläre Seite des Web-Interfaces umgeleitet.

Wurde auch der Application-Server erfolgreich installiert, sollte er im Web-Interface auf der Seite »Servers« bei »Unregistered server« auftauchen und kann mit einem Klick auf »Register« registriert werden (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die einzelnen Application-Server bilden das Rückgrat der OVD-Architektur.

Wurden Application-Server und Session-Manager auf der gleichen Maschine installiert, ist der Servername zunächst 127.0.0.1. Der Admin kann aber eine Redirection einrichten. Der "redirection name" wird zum Laden der einzelnen Sessions benötigt, wobei eine Umleitung auf den Application-Server als Ziel-Host erfolgen muss. Das ist auf jeden Fall dann erforderlich, wenn der Application-Server mit einer privaten IP-Adresse betrieben und aus dem Internet adressiert wird.

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