Mit Hardware-Beschleunigung und schnellem Netz hilft Desktop-Virtualisierung, Administrationsaufwand und Kosten sparen, ADMIN 04/2013 verrät, wie die ... (mehr)

Ohne Desktop

Es ist also – wie bei FreeBSD – nicht möglich, ein OpenBSD-Desktopsystem auf Basis von KVM aufzubauen und gar mit der FOSS-Cloud an Arbeitsplätze zu verteilen. Da dies bei diesem OpenBSD wohl auch kaum das Ziel ist, dürfte die Einschränkung zu verschmerzen sein. Zu beachten ist lediglich, dass grundsätzlich – auch wenn die Grenze von 4 GByte Arbeitsspeicher gar nicht erreicht wird – immer die AMD64-Version installiert wird. Die Kompilierzeiten der 32-Bit-Version sind nicht akzeptabel.

Hat man allerdings die Wahl bei einer lokalen virtuellen Installation, sollte man sich gut überlegen, auf welche der Lösungen man setzt. OpenBSD/i386 unter VMware ist am schnellsten und OpenBSD/AMD64 unter Virtualbox macht ebenfalls eine bessere Figur als das im Linux-Kernel integrierte Modul. Und auch bei der VirtualBox sind die neuen VirtIO-Treiber nützlich, denn ab OpenBSD 5.3 lässt sich die Netzwerkkarte paravirtualisieren. Man installiert dazu das Betriebssystem ganz normal und wählt vorher oder auch nachher in den erweiterten Netzwerkoptionen anstelle der üblicherweise emulierten Intel-Karte das paravirtualisierte Device aus (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Der paravirtualisierte Netzwerktreiber kann auch in VirtualBox eingeschaltet werden.

Stellt man die Karte bereits vorher um, erkennt das Betriebssystem »vio0« automatisch und konfiguriert die Schnittstelle. Stellt man die Karte nachträglich um, muss man mit Administratorrechten die Datei »/etc/hostname.em0« in »/etc/hostname.vi0« umbenennen (nicht kopieren) und das Gastsystem noch einmal neu starten. Ab sofort wird automatisch die geänderte Schnittstelle konfiguriert.

KVM als Option

OpenBSD 5.3 ist ein weiterer Schritt nach vorn. Wer seine Firewall oder seine Server auf der Basis dieses grundsoliden und sicheren Betriebssystems energiesparend virtualisiert, kann als Basis jetzt auch KVM heranziehen. Die Performance könnte besser sein, wie der Vergleich mit VirtualBox und VMware Workstation zeigt, fällt aber bei der 64-Bit-Version nicht merklich ab. Nur die ungenügende Kompiliergeschwindigkeit des 32-Bit-Gasts verblüfft.

Bei den einfachen Zeitmessungen wurde der zu X.org gehörende USB-Tablet-Treiber konfiguriert, kompiliert und installiert und vorher und nachher jeweils die aktuelle Uhrzeit gemessen. Das Skript enthielt dafür nur die Zeilen

date > log.dat
./configure --prefix=/usr/X11R6 --with-xorg-module-dir=/usr/X11R6/lib/modules
make
make install
date >> log.dat
cat log.dat

Der virtuellen Maschine wurden bei den Testinstallationen eine CPU, 512 MByte RAM und eine 20 GByte große Festplatte zugewiesen (Tabelle 1).

Tabelle 1

Benchmarks

 

i386

AMD64

FOSS (KVM)

8:22 Min

0:52 Min

VMware Workstation 8

0:22 Min

- Absturz -

VirtualBox 4.2.12

1:03 Min

0:35 Min

Die virtuelle Festplatte wurde bei VMware am vorgeschlagenen LSILogic-Controller angeschlossen, bei VirtualBox an SATA und in der FOSS-Cloud am paravirtualisierten VirtIO-Controller. VMware Workstation und VirtualBox sind unter Open Suse 12.1/AMD64 installiert. Alle drei Tests wurden auf dem gleichen PC mit einem AMD Athlon X2 5200+, 6 GByte RAM und SATA-Platten durchgeführt.

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