Der ADMIN 05/13 wirft einen Blick auf die frei verfügbaren Cloud-Frameworks von Eucalyptus über OpenNebula bis OpenStack. Gute Aussichten für skalierbare ... (mehr)

Passende Pakete

Mit diesen Werten sucht die Paketverwaltung zuerst nach neueren, dann nach älteren Programmpaketen dieser Hardware-Plattform, falls sie für neuere NetBSD-Versionen nicht kompiliert wurden. Hier wurde die in der Originaldatei enthaltene Suche nach NetBSD-5.0-Paketen entfernt, weil die Erfahrung zeigt, dass bei neuen Installationen von NetBSD 6.x bereits schon das Einbinden von Programmen für NetBSD 5.1 zu Problemen führen kann.

Installiert man beispielsweise auf dem Raspberry mit den obigen Angaben den Midnight Commander mit dem Aufruf

pkg_add mc

wird das Paket aus den Paketquellen von NetBSD 5 geholt. Anschließend stimmen aber die Verweise auf zwei Linkbibliotheken nicht, die bei NetBSD 6.x in der Versionskennung 1, bei NetBSD 5 in der Versionskennung 0 zu finden sind. Man muss dann ins Verzeichnis »/usr/lib« wechseln und dort zwei Links für die Bibliotheken anlegen:

ln libintl.so.1 libintl.so.0
ln libpthread.so.1 libpthread.so.0

Der Midnight Commander funktioniert zwar nach diesen Änderungen, schön ist das aber nicht.

Es ist jedoch unrealistisch zu versuchen, Programme auf dem verhältnismäßig leistungsschwachen System zu kompilieren. Auch das Neukompilieren des Betriebssystems ist kaum machbar. Das Dateisystem lässt sich zwar mit einem USB-Stick recht einfach für »/usr/src« oder »/usr/pkgsrc« erweitern, allein das Auspacken der Systemquellen dauerte bei einem solchen Versuch aber bereits mehrere Stunden. Trotzdem: Wer möchte, kann den Raspberry ja so lange laufen lassen, bis das Build-Skript seine Arbeit im Hintergrund abgeschlossen hat.

Sind alle benötigten Änderungen am ARM-System durchgeführt, wird die SD-Karte mit »umount /mnt« ausgebunden, in den Raspberry Pi eingesteckt und dieser von ihr gebootet. Man muss sich etwas in Geduld üben, bis man per SSH auf das Gerät zugreifen kann, denn der Kernel ist mit Debug-Informationen vollgestopft und damit etwas träge.

Größenänderungen

Ist NetBSD auf einer mehr als 2 GByte großen Karte installiert, stellt sich noch die Frage, wie man das Disklabel vergrößert. Lokal geht das, wie in [2] beschrieben, recht einfach, man muss nur einmal die »cmdline.txt« auf der DOS-Partition so bearbeiten, dass das Betriebssystem im Single-User-Modus startet. Denn unter BSD kann nur eine nicht eingebundene Partition bearbeitet werden.

Die Änderungen lassen sich auch bei dem Gerät ohne lokalen Monitor durchführen, es braucht (und darf) dann aber die »cmdline.txt« nicht geändert zu werden. Benötigt wird auch hier wieder die virtuelle Maschine oder ein natives beliebiges anderes NetBSD. Die Schritte sind dann im Prinzip dieselben wie in [2].

Zuerst booten Sie das NetBSD-System auf der SD-Karte auf dem Raspberry, loggen sich mit dem Benutzerkonto ein und holen sich mit »su« die obligatorischen Administratorrechte. Mit

disklabel -i ld0

gelangen Sie in den interaktiven Modus des Programms Disklabel, »ld0« ist hier die Kennung der SD-Karte am Raspberry. Es erscheint ein Prompt, an dem man mit [?] eine kurze Hilfe angezeigt bekommt. An diesem Prompt drücken Sie [A] (Großbuchstabe!) und sehen eine Frage ähnlich der Folgenden:

Adjust disklabel sector from 4194304to 62333952 [n]? y

Die Zielgrößenangabe ist natürlich von der Gesamtgröße der Karte abhängig. Den Befehl »A« kennt das Disklabel-Programm der Intel-Version von NetBSD nicht, deshalb muss dieser Schritt im ARM-System durchgeführt werden.

Die Änderung des Labels bestätigen Sie mit [y]. Im nächsten Schritt werden Sie nach der Partition gefragt und müssen hier [a] angeben, weil genau diese zu vergrößern ist. Wenn Sie nach dem Dateisystem gefragt werden, brauchen Sie die Voreinstellung 4.2BSD nur mit [Enter] zu bestätigen. Auch bei der Frage nach dem Start-Offset genügt die Eingabe von [Enter].

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