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SQL Server in EC2/VPC

Amazons Infrastruktur ist in jeder Region in Verfügbarkeitszonen (Availability Zones oder kurz AZ) unterteilt. Der Ausfall einer Zone beeinflusst nicht die Verfügbarkeit der Infrastruktur einer anderen Zone. Die Latenzzeiten zwischen den verschiedenen Zonen innerhalb einer Region sind sehr gering. Daher eignet sich diese Architektur zum Aufbau einer AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppe mit SQL Server Enterprise.

Eine erfolgreiche Installation von SQL Server mit AlwaysOn-Hochverfügbarkeitsgruppen erfordert typischerweise die folgenden Komponenten (hier am Beispiel von Amazons AWS in einem VPC mit Subnetzen in zwei unterschiedlichen Verfügbarkeitszonen):

  • mindestens zwei SQL-Server-Instanzen, also 4 x 2 Lizenzen von SQL Server Enterprise (SQL Server-Lizenzen gibt es für je 2 virtuelle Cores; die kleinste unterstützte Instanz benötigt also für ihre vier Cores zwei SQL-Server-Lizenzpakete),
  • ein Windows Server Failover Cluster (WSFC) mit zwei WSFC-Nodes (je ein Node pro Verfügbarkeitszone), die jeweils eine der beiden Installationen von SQL Server hosten,
  • zwei Windows-Server-Instanzen mit Active Directory (je eine pro Verfügbarkeitszone),
  • zwei Instanzen als Zwischenstelle für administrativen Zugang mittels Remote Desktop Gateway (je eine pro Verfügbarkeitszone),
  • zwei NAT-Instanzen mit Linux für administrativen Zugang zur Infrastruktur des VPC in der jeweiligen Verfügbarkeitszone.

Diese Konfiguration unterstützt automatisches Failover zwischen zwei WSFC-Nodes in zwei unterschiedlichen Verfügbarkeitszonen einer Region.Microsoft bietet übrigens eine eigene Alternative zu Amazon EC2: Windows Azure Virtual Machines. Genauso wie im Falle von Amazon kann der Benutzer auch hier seine eigenen Lizenzen von SQL Server auf einer Instanz von Windows Server einrichten oder eine der vorinstallierten Instanzen samt der mitgelieferten Lizenzen pro Stunde mieten.

Fazit

In SQL Server 2014 sind alle modernen Hochverfügbarkeitsfeatures – also solche, für die Microsoft eine Zukunft vorsieht – den Anwendern der Edition Enterprise vorbehalten. Es scheint, als ob Microsoft mit jeder neuen Edition den Funktionsumfang von SQL Server Standard weiter limitiert. Anwender der Standard-Edition bekommen immer weniger CPU-Leistung und immer weniger Arbeitsspeicher vergönnt; auf dringend benötigte Features wie etwa einen Nachfolger der Datenbankspiegelung brauchen sie gar nicht erst zu hoffen.

Anwender der Standard-Edition stecken somit in einer Klemme, denn die Lizenzkosten der Enterprise-Edition sind für kleinere Unternehmen kaum zu rechtfertigen. Drittanbieter wie Amazon mit RDS und VMware mit vFabric Data Director versuchen, diese Lücke zu schließen, doch ihre Lösungen lassen bis jetzt noch eine Menge zu wünschen übrig.

Inzwischen scheint sich Microsoft zu bemühen, Benutzer der Enterprise-Edition mit neuen Features zu verwöhnen. Die robuste AlwaysOn-Hochverfügbarkeit unter Verwendung von bis zu acht lesbarer Sekundärreplikas für einen hybriden Produktionseinsatz zwischen On-Premises-Umgebungen und der Wolke zählt klar zu den momentan begehrtesten Features von SQL Server 2014 und bietet den Anwendern der Enterprise-Version einen klaren Wettbewerbsvorteil. (jcb)

IT: Infos

Infos

  1. Kostenloses 180-Tage-Tryout von SQL Server 2014: http://technet.microsoft.com/de-DE/evalcenter/dn205290.aspx
  2. Lizenz-Mobilität dank Microsofts Software Assurance http://aws.amazon.com/windows/mslicensemobility
  3. VMware vFabric Data Director: http://www.vmware.com/products/vfabric-data-director
  4. Microsoft License Advisor: http://mla.microsoft.com
  5. Windows Azure Virtual Machines: http://www.windowsazure.com/de-de/services/virtual-machines
  6. Microsoft Windows Azure SQL Database (WASD): http://www.windowsazure.com/de-de/services/data-management
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