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UCS administrieren

Teil des Verzeichnisdienst-basierten Konzepts ist auch, dass UCS sämtliche Konfigurationsdaten im LDAP speichert. Erfahrene Administratoren, die UCS an der Konsole oder via SSH gezielt an ihre Bedürfnisse anpassen wollen, tun gut daran, die Finger von den klassischen Linux-Konfigurationsdateien zu lassen, weil UCS diese dynamisch aus Templates generiert. Univention hat mit Univention Corporate Registry (UCR) sogar eine Art API. Mit deren Hilfe interagieren erfahrene Administratoren mit der im LDAP gespeicherten Konfiguration. Anderseits greifen aber auch die grafischen Konfigurations-Module im Web-Interface auf Konfigurationsdaten zu. Der Konfigurationsbaum im LDAP lässt sich sogar direkt über das grafische Werkzeug »LDAP-Verzeichnis« bearbeiten, was selbstverständlich administrative Kenntnisse erfordert, im Zweifel aber einige UCR-Konfigurationsvariablen mehr erschließt, als die entsprechenden Module der Web-Oberfläche (Abbildung 9).

Abbildung 9: Das direkte Bearbeiten des LDAP-Verzeichnisses – hier auf Container-Ebene.

Aber selbst die zeigen den betroffenen LDAP-Container gleich mit an. Dass UCS darüber hinaus bereits in der Basis-Ausstattung Funktionen für Server- und Desktop-Virtualisierung, Systemüberwachung, Netzwerk-Backup (Bacula) und Fileservices mitbringt, relativiert die Aussagen zur Eignung als SBS-Ersatz ebenfalls, wenn man sich das Argument »Reduzierung der Komplexität« in Erinnerung ruft.

Neues bei UCS

Wir haben übrigens im Test die seit wenigen Tagen aktualisierte Version 3.1-1 des Univention Corporate Servers in der Free-For-Personal-Use-Version installiert. Das ISO-Image der Installations-DVD lässt sich von Univentions Download-Seite herunterladen [19]. Das Image kumuliert sämtliche im Laufe des Jahres ausgelieferten Errata-Updates (170 an der Zahl) zu UCS. Die neue Version enthält auch ein Kernel-Update auf die Version »3.2.0-ucs31-amd64« des UCS-Kernels, der vor allem für Unterstützung aktueller Hardware sorgt.

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die Meldung, dass ab sofort der erste Meilenstein der für November geplanten neuen Hauptversion 3.2 zum Testen [20] zur Verfügung steht. Die ist allerdings vorrangig für Partner gedacht, die sich einen Eindruck von der neuen Version verschaffen möchten. Highlights von UCS 3.2 sind die weltweit erste Integration des zweiten Release-Candidate von Samba 4.1 und eine neue Übersichtsseite der Univention Management Console mit Filterfunktionen, die eine schnelle Übersicht der zur Verfügung stehenden Module ermöglicht. Ferner wird UCS 3.1 mit einem aktualisierten Kernel 3.10 ausgeliefert werden.

Übrigens steht UCS seit Mitte August auch als Zielplattform im Opensuse Build Service zur Verfügung, womit die Anzahl der vom Build-Service unterstützt Betriebssysteme inklusive Univention Corporate Server auf 22 steigt. Der Opensuse Build Service [21] ist die öffentlich und online zugängliche Instanz der seit 2011 von Suse unter neuem Domain-Namen betriebenen verteilten Build-Plattform »Open Build Service« (OBS) [22], mit deren Hilfe Entwickler sehr komfortabel Pakete ihrer Apps und Anwendungen für gleich mehrere Zielplattformen bauen können, ohne eine eigene Build-Umgebung etwa für UCS vorhalten zu müssen (Abbildung 10), was auch die Bedeutung von UCS als Enterprise-Distribution unterstreicht.

Abbildung 10: UCS als Zielplattform im Opensuse-Build-Service.

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