Das Canonical-Werkzeug Landscape wartet Ubuntu-Umgebungen

Kitsadakron Pongha, 123RF

Landschaftspflege

Große IT-Infrastrukturen manuell zu pflegen, führt fast zwangsläufig zu Fehlern. Canonical bietet mit Landscape ein kostenpflichtiges Werkzeug an, das per Weboberfläche und API Informationen sammelt, grafisch aufbereitet und Wartungsarbeiten erledigt.
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Monitoring und Wartung bleibt ein wichtiges Thema für alle, die mehrere Rechner administrieren. Für Ubuntu-Landschaften bietet Canonical mit Landscape ([1], siehe Abbildung 1) einen nützlichen Dienst an.

Abbildung 1: Landscape verwaltet Ubuntu-Rechner per Web-Interface.

Landscape verwaltet eine beliebige Anzahl von Clients – vorausgesetzt, dass die Lizenzen genügen. Es ist dabei stets der Client, der den ersten Schritt macht: Er meldet sich beim Server an und versorgt diesen aktiv mit Informationen. Der Server verwertet, was er bekommt, und legt die Kommandos der Administratoren in Warteschlangen, wo sie die Clients wiederum abrufen.

Einberufung

Um einen Ubuntu-Rechner in den eigenen Landscape-Account einzubinden, ist als Erstes die Installation des Pakets »landscape-client« vonnöten. Es enthält unter anderem das Kommandozeilenprogramm »landscape-config« , mit dem die Landscape-Einrichtung erfolgt. Die Eingabe des Rechnernamens sowie der Landscape-Kontoinformationen genügen.

Die Landscape-Konfiguration stellt darüber hinaus die Frage, ob das System Landscape die Ausführung beliebiger Shell-Skripte erlauben soll (»Enable Script execution?« ). Es folgt gegebenenfalls die Angabe der User-Accounts, mit deren Berechtigungen solche Programme laufen dürfen; standardmäßig sind das »nobody« und »landscape« . Mit solchen Skripten führt ein Administrator via Landscape aus der Ferne Abfragen durch.

Zum Abschluss der Konfiguration schickt der Client eine Registrierungsanfrage an den angegebenen Landscape-Account. Im Web-Interface erfolgt die Freigabe darauf per Mausklick. Danach sammelt der neue Client lokal alle relevanten Systeminformationen wie die Hardware-Konfiguration und die installierten Pakete und sendet diese an Landscape. Hierbei ist allerdings ein wenig Geduld gefragt, denn es dauert bis zu anderthalb Stunden, bis alle Angaben übertragen sind.

Kernfunktionen

Von nun an informieren die Landscape-Clients den Server regelmäßig über ihr Wohlergehen. Das Web-Interface stellt dem Admin – oder auch mehreren Admins, optional in verschiedenen Rollen mit unterschiedlichen Berechtigungen – diese Informationen in unterschiedlichen Darreichungsformen zur Verfügung.

Über den Zustand der überwachten Rechner geben zusammenfassend die Reports Auskunft (Abbildung 2). Sie visualisieren den Gesamtzustand aller oder einzelner überwachter Rechner, die zugrunde liegenden Daten stehen auch zum Download zur Verfügung. Auf Wunsch lassen sich die Computer mittels Tags in Gruppen organisieren, sodass sich alle Überwachungsfunktionen auf beliebige Untermengen anwenden lassen. Auf die gleiche Weise erstellt der Admin gruppenspezifische Profile, mit denen Server verschiedene Pakete und Updates erhalten oder eben nicht.

Abbildung 2: Die Landscape-Reports geben einen Gesamtüberblick über den Zustand der überwachten Rechner.

Die Paketverwaltung stellt eine der wichtigsten Annehmlichkeiten des Landscape-Dienstes dar. Neu- und Deinstallationen erfolgen ebenso per Mausklick und für ganze Gruppen wie Updates. Diese lassen sich wiederum einzeln auswählen, wobei Landscape Sicherheits-Updates separat anzeigt und installiert. Auf Wunsch erfolgt die Auswahl aber auch auf der Ebene einzelner Pakete (Abbildung 3). Auch Upgrades auf neue Ubuntu-Versionen unterstützt Landscape. Es lässt allerdings die Möglichkeit zur manuellen Konfiguration der Paketquellen vermissen.

Abbildung 3: Landscape installiert und aktualisiert Pakete einzeln oder in Gruppen.

Die Monitoring-Funktion gibt einen Überblick über die Auslastung der Landscape-Clients, wiederum nach Bedarf gruppiert. Hier stellt Landscape standardmäßig Graphen über den durchschnittlichen Arbeitsspeicherverbrauch, die Festplattenauslastung und die Netzwerklast bereit (Abbildung 4). Mit eigenen Shell-Skripten fügt man hier beliebige Auswertungen hinzu, vorausgesetzt man hat bei der Client-Konfiguration die Ausführung von Skripten zugelassen.

Abbildung 4: Die Monitoring-Funktion zeigt die Auslastung von Rechnern und Netzwerk.

Die Hauptforderung an ein eigenes Skript ist, dass es bei jeder Ausführung eine Zahl ausgibt, die Landscape daraufhin sammelt und grafisch wiedergibt. Hierbei sind negative ebenso wie Dezimalzahlen erlaubt; die Zahl muss aber auf die Standardausgabe geschrieben werden. Landscape beachtet den Exit-Code des Skripts: Ist er nicht 0, meldet es einen Fehler. Das Gleiche gilt im Übrigen für Kurzprogramme mit zu langer Laufzeit: Nach zehn Sekunden bricht Landscape die Ausführung ebenfalls mit einer Fehlermeldung ab.

Weiterhin gibt Landscape Auskunft über die auf den Clients laufenden Prozesse sowie vorhandene User-Accounts und führt Protokoll über abgeschlossene Aktivitäten.

Mit all diesen Basisfunktionen stellt Canonical mit Landscape ein praktisches Tool bereit, mit dem Admins ortsunabhängig die meisten alltäglichen Wartungsarbeiten durchführen können. Sie benötigen lediglich einen Internet-Zugang. Admins, die gehofft – oder gefürchtet – hatten, schon auf dem Weg zur Arbeit die ersten Arbeitsschritte zu tun, werden allerdings enttäuscht, denn eine Smartphone-optimierte Seite bietet die Landscape-Weboberfläche nicht.

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