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Postfachdatenbankkopien

Beim Aktivieren einer passiven Postfachdatenbankkopie legen Sie fest, dass eine der erstellten Postfachdatenbankkopien zur produktiven Datenbank wird und Anwender zukünftig mit dieser Datenbank arbeiten. Die bisherige Datenbank wird dann zur passiven Kopie. Microsoft bezeichnet diesen Vorgang als Switchover.

Navigieren Sie in der Exchange-Verwaltungskonsole zu »Server | Datenbanken« . Klicken Sie auf die passive Postfachdatenbank, die Sie zukünftig als produktive Datenbank verwenden wollen. Klicken Sie auf »Aktivieren« . Unter Umständen müssen sich bereits eingeloggte Anwender neu an Outlook Web App (OWA) anmelden oder Outlook neu starten, um die Verbindung wiederherzustellen.

Fallen Server oder sogar ein komplettes Rechenzentrum aus, können Sie mit dem Switchover von Servern oder ganzen Rechenzentren die Exchange-Infrastruktur wieder zur Verfügung stellen. Bei einem Server-Switchover können Sie alle aktiven Postfachdatenbanken vom aktuellen Postfachserver auf einen oder mehrere Postfachserver mit entsprechenden Postfachdatenbankkopien umschalten.

Um einen Server-Switchover durchzuführen, können Sie die Exchange-Verwaltungskonsole verwenden (Abbildung 4). Navigieren Sie zu »Server« , wählen Sie den gewünschten Postfachserver aus, auf dem aktuell die produktiven Datenbanken gespeichert sind, und klicken auf den Server. Wählen Sie dort »Serverswitchover« aus. Anschließend können Sie Exchange die Wahl überlassen, welche Postfachdatenbankkopien auf den verschiedenen Servern mit den Kopien aktiv geschaltet werden; oder Sie wählen manuell einen Zielserver aus, auf dem Exchange die Postfachdatenbankkopien zukünftig als produktive Datenbanken einsetzt.

Abbildung 4: Sie können auch alle Datenbanken eines Servers auf andere Server switchen. Auf diese Weise können Sie den Ausfall eines kompletten Exchange-Servers kompensieren.

Sie können den Vorgang auch in der Exchange-Verwaltungsshell durchführen, indem Sie das folgende Commandlet verwenden:

Move-ActiveMailboxDatabase -ServerQuellserver -ActivateOnServerZielserver

Bei den Datenbankverfügbarkeitsgruppen (DAG) gibt es einen speziellen Modus für Rechenzentren, der standardmäßig deaktiviert ist. Er ist sinnvoll, wenn Sie größere DAGs betreiben und diese über verschiedene Active-Directory-Standorte verteilt sind. Den Modus für Rechenzentren aktivieren Sie in der Exchange-Verwaltungsshell mit dem Commandlet »Set-DatabaseAvailabilityGroup« , etwa so:

Set-DatabaseAvailabilityGroup -Identity DAG1 -DatacenterActivationMode DagOnly

Die DAG-Mitglieder im primären Datencenter müssen als beendet gekennzeichnet sein, damit die Datenbanken nicht versehentlich bereitgestellt werden. Dazu verwenden Sie am Standort das Commandlet »Stop-DatabaseAvailabilityGroup« und die Option »ActiveDirectorySite« . Sie müssen das Commandlet »Stop-DatabaseAvailabilityGroup« auf allen Servern im zentralen Rechenzentrum ausführen.

Im zweiten Rechenzentrum, dem Standby-Zentrum, müssen Sie herausfinden, welche Server des zentralen Rechenzentrums beendet wurden. Dazu verwenden Sie ebenfalls das Commandlet »Stop-DatabaseAvailabilityGroup« mit den Optionen »ConfigurationOnly« und »ActiveDirectorySite« mit dem Namen des Active-Directory-Standorts im ausgefallenen zentralen Rechenzentrum.

Fazit

Alles in allem ist die Verwendung von DAGs keine komplizierte Angelegenheit. Unternehmen, die mehr als einen Exchange-Server einsetzen, sollten die Funktion nutzen, um die Ausfallsicherheit im Unternehmen sicherzustellen. Die Einrichtung ist schnell passiert, egal ob Sie die Exchange-Verwaltungskonsole oder die Shell verwenden. Allerdings ersetzen die Kopien keinesfalls eine professionelle Datensicherung.

Der Autor

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit über 25 Jahren in der IT tätig, unter anderem für Daimler, die Commerzbank und Microsoft. Neben seinen Projekten schreibt er praxisnahe Fachbücher und Fachartikel rund um Windows und andere Microsoft-Themen. Sein Blog ist unter  http://thomasjoos.wordpress.com zu finden.

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