Die kleine Server-Suite TheSSS

zhao lizu, 123RF

Leichtgewicht

In zehn Sekunden einen vollwertigen Web-, Datei- oder Proxy-Server aufsetzen? Kein Problem mit TheSSS, der kleinsten Server-Suite der Welt. Dabei bringt die hilfreiche Linux-Distribution auch in der neuen Version 8.0 gerade einmal 30 MByte auf die Waage.
Das Titelthema im ADMIN 04/14 "Vernetzt speichern" sind Netzwerkdateisysteme, etwa Samba 4, verteilter Storage mit Ceph & GlusterFS und der Unix-Klassiker ... (mehr)

Die vorübergehend eingerichtete Arbeitsgruppe möchte ihre Dateien auf einem eigenen FTP-Server zwischenspeichern, ein Proxy soll probeweise die Netzwerklast verringern, während im Intranet noch ein Webserver das Tagesangebot der Kantine präsentieren soll. Ein kleiner Server muss her  – nun schlägt die Stunde der kleinsten Server-Suite, kurz TheSSS [1]. Diese schlanke Linux-Distribution startet der Administrator auf einem Server und aktiviert dann mit einem kurzen Kommandozeilenbefehl die gewünschten Dienste. TheSSS läuft standardmäßig als Live-System, lässt sich aber auch auf der Festplatte installieren. Der Betrieb im Hauptspeicher ist besonders praktisch, wenn man einen Dienst nur vorübergehend aufsetzen möchte oder muss – etwa weil der Haupt-FTP-Server ausgefallen ist.

Alte Bekannte

TheSSS basiert auf der Mini-Distribution 4MLinux [2] und enthält neben dem Webserver Thttpd den FTP-Server VSFTPD, den SSH-Daemon aus OpenSSH und einen Telnet-Dienst. Darüber hinaus lässt sich der Proxy-Server Polipo aktivieren, der auf Wunsch sogar den Anonymisierungsdienst Tor nutzt. Für Sicherheit sorgt die 4MLinux-Firewall, die wiederum auf IPTables aufsetzt. Als Bonus erhalten Administratoren den Virenscanner Clam AntiVirus und ein rudimentäres Backup-Programm. Der Vollständigkeit halber liefert TheSSS ein paar kleinere Monitoring-Tools mit, die fleißig Informationen über das System und das Netzwerk sammeln. Sie prüfen unter anderem, was alles im Netzwerk funkt oder welcher der aktivierten Dienste gerade viel Last zieht.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die Linux-Distribution liegt auch in der neuen Version 8.0 nur als 32-Bit-Version vor und kann deshalb nicht mehr als vier GByte Hauptspeicher ansprechen. Darüber hinaus unterstützt sie noch keine UEFI-Firmware, auf neueren Systemen müssen Administratoren folglich erst die BIOS-Emulation aktivieren.

Wahltag

Auf Sourceforge [3] wartet TheSSS in drei Geschmacksrichtungen: Während das ISO-Image »TheSSS-8.0.iso« die 30 MByte große normale Variante enthält, liefert »TheSSS-8.0-PHP.iso« zusätzlich PHP, die MySQL-kompatible Datenbank MariaDB und das Datenbank-Verwaltungsprogramm Adminer (alias PhpMinAdmin) mit. Trotz der recht umfangreichen Zusatzkomponenten nimmt auch das alternative ISO-Image nur 45 MByte ein. Zusätzlich gibt es unter dem Namen »TheSSS-8.0-ToolBox.iso« eine rund 80 MByte große Multiboot-CD. Neben TheSSS mit PHP enthält sie auch noch die Antivirus-Live-CD [4], BakAndImgCD [5] und FreeDOS [6]. Im Bootmenü entscheidet sich der Administrator für eines dieser Live-Systeme. FreeDOS dient primär zum Start der Tools TestDisk und des Ranish Partition Managers.

Das gewählte Image brennt man entweder auf eine CD oder erstellt daraus einen bootfähigen USB-Stick. Für letztere Technik empfehlen die TheSSS-Macher das Tool Unetbootin [7]. Wer bereits eine ältere Version von TheSSS einsetzt, kann mit dem Paketmanager »zk« auf die aktuelle Version 8.0 umsteigen.

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Rechneranalyse mit Microsoft-Sysinternals-Tools

Der Rechner verhält sich eigenartig oder Sie haben eine unbekannte Applikation im Task Manager entdeckt und möchten erfahren, worum es sich dabei genau handelt und ob sie möglicherweise gefährlich ist? In so einem Fall helfen die Sysinternals-Tools von Microsoft. Dieser Beitrag stellt die drei Werkzeuge Autoruns, Process Explorer und TCPView vor. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Google+

Ausgabe /2018