Skripte können Administratoren das Leben deutlich leichter machen - besonders, wenn sich wiederholende Abläufe im Spiel sind. Dabei steht eine Vielzahl an ... (mehr)

Viel Neues bei Diensten

Der ISC-DHCP-Server wechselt von 4.3.1 zu Version 4.3.3, die einen verbesserten DHCPv6-Support und einige Bugfixes enthält. Der DNS-Server BIND springt von 9.9.5 auf 9.10.3. Die aktuelle Ausgabe repariert nicht nur einige Sicherheitslücken und Fehler, sondern liefert auch neue Features aus, die unter anderem die rekursiven Anfragen von Resolvern an autoritative Nameserver limitieren. Der freie Proxyserver Squid liegt nach wie vor in Ausgabe 3.3.8 bei.

Die Ubuntu-Maintainer haben außerdem aktuelle Versionen der Webserver Apache (2.4.18), Nginx (1.9.11) und Lighttpd (1.4.35) beigefügt. PHP 5.6.17 löst Version 5.6.11 ab und behebt dabei einige sicherheitskritische Fehler. Wer auf seinem Ubuntu-Server FTP bereitstellen möchte, kann unter anderem zwischen Vsftpd 3.0.3, Pure-FTPd 1.0.36 oder ProFTPD 1.3.5 wählen.

In der Voreinstellung setzt Ubuntu auf den Mailserver Postfix. Die beigelegte Version 3.0.4 gehört zur neuen 3er-Reihe, bei der sich Systemverwalter mit zahlreichen Änderungen vertraut machen müssen. Die neue Erweiterung SMTPUTF8 beispielsweise lässt nun UTF-8-Namen in Mailboxen und Header-Feldern zu (Work in Progress, soll in Version 3.1 fertig sein), unterstützt dynamisch gelinkte Bibliotheken sowie Datenbank-Plug-ins, verbessert die Syntax der Konfigurationsdateien und vieles mehr. Wer stattdessen auf Exim setzt, findet wie beim Vorgänger die Version 4.86.

Während sich bei den Datenbanken MySQL, MariaDB und MongoDB nichts geändert hat, gibt es bei PostgreSQL einen Sprung von 9.4 auf 9.5. Sollten Sie ein Distributions-Upgrade vorgenommen haben, hat das Konfigurationsskript Sie bereits auf Inkompatibilitäten und die entsprechende README-Datei hingewiesen. PostgreSQL 9.5 liefert den neuen "UPSERT"-Befehl aus, setzt Zugriffsrechte auf Zeilenebene (Row Level Security), vereinfacht den Umgang mit Daten auf entfernten Servern und die Arbeit mit sehr großen Datenbanken (Big Data).

Die neue Samba-Version 4.3.3 bringt erweiterte Möglichkeiten zum Protokollieren, unterstützt Apple Spotlight und SMB 3.1.1 (Windows 10) auf Client- und Serverseite. Ein Blick in die Release Notes [4] lohnt sich. Der Druckerserver CUPS erhöht von 2.1.0 auf 2.1.3, was im Wesentlichen einige Fehler behebt.

Bild 2: Das Service Orchestration Tool Juju glänzt in Version 2 mit einem überarbeiteten Design und unterstützt LXD-Container.

Dienstorchestrierung mit Juju

Bei Redaktionsschluss war das neue Juju 2.0 noch nicht in der Distribution angekommen, sondern lediglich die ältere Version 1.25 in den Repositorys verfügbar – Betaversionen der neuen Juju-Ausgabe waren über Launchpad aber erhältlich [10]. Juju ist das Service Orchestration Tool von Canonical, das Admins dabei unterstützt, Internetdienste auf einem oder mehreren Knoten in einer Cloud-Umgebung einzurichten. Über so genannte Charms bringen sie vorkonfigurierte Services wie Wikis, CMS-Systeme, Datenbanken oder Ähnliches in die Cloud. Das neue Juju 2.0 punktet nicht nur mit einer überarbeiteten grafischen Oberfläche in ganz neuem Design (Bild 2), sondern bezieht jetzt auch LXD-Container mit ein.

Eine der wichtigsten und gleichzeitig umstrittensten Neuerungen von Ubuntu 16.04 ist die ZFS-Unterstützung im Kernel (Paket "zfsutils-linux"). ZFS ist ein leistungsfähiges 128-Bit-Copy-On-Write-Dateisystem, das die Funktionen von LVMs und Software-RAIDs integriert. Es eignet sich ideal für Container, da es Features wie Snapshots im laufenden Betrieb, Copy-On-Write-Klone und Kompression von Haus aus beherrscht. Umstritten ist die Neuerung besonders wegen der ZFS-Lizenz. Viele Entwickler und etwa die Software Freedom Conservancy halten eine Integration des unter der CDDL-Lizenz stehenden ZFS on Linux in den Kernel , der der GPLv2-Lizenz unterliegt, für problematisch.

Xenial Xerus liefert das ZFS-Kernel-Modul in der Voreinstellung mit aus; externe Software-Repositories sind nicht länger erforderlich. Systemverwalter können damit ZFS als Storage-Backend für die von Canonical entwickelte Container-Lösung LXD verwenden. Eine Auswahl beim Partitionieren während der Installation ist nicht möglich.

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Ausgabe /2019