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Windows-Agenten installieren

In Unternehmen dominieren nach wie vor Windows-Betriebssysteme die Desktop-Rechner. So ist denn die Wartung dieser Rechner mit die wichtigste Aufgabe von opsi. Damit die Wartungsumgebung vorhandene Windows-Clients im System aufnehmen kann, muss dort der Agent installiert werden. Das kann auf verschiedenen Wegen erfolgen.

Um den Agenten auf einzelnen Rechnern zu installieren, verwenden Sie den Client-Agenten, der in der Freigabe "\\opsi-Server\opsi_depot" zur Verfügung steht. Hier starten Sie mit den notwendigen administrativen Rechten das Skript "opsi-client-agent\service_setup.cmd". Der Client führt nach der Installation einen Reboot aus.

Deutlich komfortabler ist die Agenten-Installation mit dem Skript "opsi-deploy-client-agent". Es verteilt den opsi-Agenten direkt vom Server auf die verschiedenen Clients. Dazu müssen allerdings auf Seiten der Clients einige Voraussetzungen erfüllt sein:

- Benötigt wird eine Freigabe ("c$")

- Admin-Freigabe ("admin$")

- Administrativer Account

Es ist eine weitere Voraussetzung zu erfüllen: Auf Seiten des opsi-Servers muss das Programm winexe [4] abgelegt sein. Im Agent ist eine statisch gelinkte win-exe-Version 0.90 enthalten. Allerdings benötigen Sie bei einer Windows-Version neuer als Windows 7 eine winexe-Version 1.0 (oder höher). Das Deploy-Skript generiert serverseitig den Client, kopiert die notwendigen Installationsdateien und Konfigurationsinformationen auf den Client und startet dort die Installation.

Besonders komfortabel ist dabei, dass das Skript "opsi-deploy-client-agent" auch eine ganze Client-Liste abarbeiten kann. Dazu übergeben Sie entweder den Client als Parameter oder aber Sie lesen mit Hilfe der Option "-f" eine Datei mit der Client-Liste ein. In dieser Datei wird ein Client pro Zeile aufgeführt. Die Clients können mit ihrer IP-Adresse, dem Hostnamen oder als FQDNs angegeben werden. Sie finden das Skript "opsi-deploy-client-agent" im Verzeichnis "/var/lib/opsi/depot/opsi-client-agent". Wichtig ist, dass Sie es mit Root-Rechten ausführen.

opsi unterstützt auch die Inventarisierung mit "hwaudit" und "swaudit". Dazu bedienen Sie sich des Konfigurationseditors. Dort öffnen Sie die Client-Liste und wechseln zur Registerkarte "Produktkonfiguration". In der Spalte "Angefordert" klicken Sie auf "hwaudit". Dann öffnen Sie das Auswahlmenü "setup". Diese Schritte wiederholen Sie für "swaudit". Nach dem Neustart des Clients sind "hwaudit" und "swaudit" installiert und ermitteln in Zukunft die Hard- beziehungsweise Softwareinformationen und übermitteln diese an den opsi-Server.

Für die Hardware-Inventarisierung greifen Sie zu "hwinvent". Auch diese Funktion muss über den Konfigurationseditor eingerichtet werden. Dazu öffnen Sie die Registerkarte "Netboot-Produkte", wechseln dann zu "Anstehende Aktion" und wählen dort "hwinvent". Mit der Aktion "setup" ist die Hardware-Inventarisierung aktiviert. Auch hier ist ein Neustart des Clients notwendig, damit die Einstellungen greifen.

Support-Modelle

Auch wenn die Beschaffung der opsi-Software kostenlos ist, gilt das für die Nutzung natürlich nicht. Administratoren müssen in die Umgebung eingeführt werden und bei Bedarf auf kompetenten Support zurückgreifen können. Die opsi-Entwickler bietet neben Einsteigerseminaren verschiedene Support-Modelle an, die bei monatlichen Kosten von etwa 140 Euro beginnen. Einen genauen Überblick finden Sie unter [8]. Zusätzlicher kostenloser Support steht opsi-Anwendern durch eine aktive Gemeinschaft im opsi-Forum [9] zur Verfügung.

Windows-Betriebssystem installieren

Eine weitere praktische opsi-Funktion ist die Remote-Installation von Windows-Betriebssystemen. Einzige Voraussetzung: Die Rechner müssen über Netzwerkkarten mit Netzwerkboot-Unterstützung verfügen, damit die Verwendung von PXE für das Laden von Boot-Images über das Netzwerk möglich ist. Zu Testzwecken können Sie diese Funktionalität mit einer speziellen VMware-Appliance [5] testen. Die Installation von realen Windows-Clients ist ein wenig komplizierter, weil Sie hier in der Regel zusätzliche Treiber integrieren müssen.

Um den Client beim opsi-Server zu integrieren, greifen Sie wieder auf den Konfigurationseditor zurück. Dort klicken Sie auf das Icon "Neuen opsi-Client erstellen" und geben in dem Eingabeformular folgende Daten an (Bild 2):

- IP-Name

- Domain

- Optionale Beschreibung

- IP-Nummer

- MAC-Adresse

Sie können den Client auch mit dem Konsolenwerkzeug "opsi-admin" anlegen:

opsi-admin -d method host_createOpsiClient [opsiHostKey] [Beschreibung] [notiz] [Hardware-Adresse] [IP-Adresse] [Innventaernummer] [Einmaliges_Passwort] [erzeugt]

Hier ein konkretes Beispiel:

 

opsi-admin -d method host_createOpsiClient testclient.domain.local "null" "Testclient" "" 00:0c:29:12:34:56 192.168.0.5

Alle eingerichteten opsi-Clients können Sie auf der Registerkarte "Client-Auswahl" einsehen. opsi erlaubt es, für jeden Client Aktionen wie Wake-on-LAN oder das Auslösen von Events zu konfigurieren (Bild 3).

Bild 3: opsi unterstützt verschiedene Client-Aktionen, auch Wake-on-LAN, das Auslösen von Events und den Versand von Nachrichten.

opsi stellt Ihnen mit dem Skript "opsi-client-bootcd" eine weitere Funktion für das Anlegen von opsi-Clients zur Verfügung. Die Entwickler stellen unter [6] verschiedene ISO-Images zum Download bereit. Laden Sie sich das neueste Image herunter, brennen Sie es auf CD und booten Sie den neuen Client damit. Der Setup-Assistent führt Sie durch die wenigen notwendigen Einstellungen. Der letzte Schritt dient der Auswahl des zu installierenden Betriebssystems. Alles Weitere erledigt das Skript.

Die von opsi bereitgestellten Download-Pakete wie "win7-x64", "win2012-r2", "win81-x64" und "win10-x64" dienen der Installation von Windows-Betriebssystemen. Allerdings stellen die Entwickler diese nur als Framework zur Verfügung, das die Dateien zur Automatisierung der Betriebssysteminstallation beinhaltet. Die Windows-Betriebssystemkomponenten sind darin nicht enthalten. Sie benötigen für die automatische Windows-Betriebssysteminstallation vorhandene Original-Windows-Installationsdateien. Diese kopieren Sie (eventuell in Verbindung mit der Lizenzverwaltung und dem Windows-Lizenzschlüssel) auf den opsi-Server.

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