Editorial

Portokasse war gestern

Kleine Unternehmen haben ähnliche Anforderungen an die IT wie Konzerne, jedoch weniger Budget und Personal. Wie sie trotzdem eine zuverlässige und ... (mehr)

Diverse Studien, Expertenmeinungen und Analystenreports attestieren dem deutschen Mittelstand in Sachen IT nahezu überall großen Nachholbedarf: Digitalisierung, Cloud, Sicherheit und auch in der Organisation der IT-Ressourcen und -Mitarbeiter. Nun lässt sich abendfüllend streiten, warum der Mittelstand trotz IT auf Mittelalterniveau Jahr für Jahr Deutschland zum Exportweltmeister macht. Offensichtlich verminderte eine "rückständige" IT in den vergangenen Jahren nicht den Geschäftserfolg exportierender Mittelständler. Und dass etwa ein größerer Fassadenbauer nicht unbedingt darunter zu leiden hat, in Sachen IT nicht genauso agil und skalierbar zu sein wie Netflix, liegt auf der Hand.

Dennoch lässt sich der attestierte Nachholbedarf nicht rundherum leugnen, was aber selbstverständlich auch eine Budgetfrage ist. In den meisten Fällen wird besagtem Fassadenbauer ein 2-TByte-NAS reichen, um wichtige Daten sicher vorzuhalten. Doch Enterprise-Storage von einem der Marktführer lässt sich selbstverständlich über die mitgelieferte Software nahtlos in private wie auch hybride Clouds integrieren. Und schon hinkt der Fassadenbauer technologisch hinterher? Gewiss nicht.

Trotzdem führt uns dieses Beispiel in ein Feld, wo es im Mittelstand in Sachen IT hapert: Denn laut einer Umfrage der Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert der Mittelstand hierzulande große IT-Investitionen zu 77 Prozent aus den laufenden Einnahmen der Unternehmen. Bankkredite spielen mit vier Prozent des Finanzierungsvolumens eine untergeordnete Rolle. Damit unterscheidet sich die Finanzierung deutlich von der von Investitionen in Sachanlagen, wo Bankkredite in 21 Prozent der Fälle zum Einsatz kommen. Sprich: Der Mittelstand zahlt seine IT aus der Portokasse!

So ist es neben den technischen Herausforderungen, die IT-Administrator in diesem Small-Business-IT-Schwerpunkt anspricht, eine Hauptaufgabe für den IT-Verantwortlichen, die Unternehmensleitung dafür zu sensibilisieren, dass IT 2018 zu wichtig ist für die Portokasse. So sind etwa IT-Security, Verfügbarkeit und Backup Maßnahmen, die der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs dienen. Und die Einführung anderer moderner Technologien kann den Erfolg des Unternehmens ebenso maßgeblich beeinflussen wie der Kauf der neuesten Fertigungsanlage. Wie Sie diese Aufgabe angehen, müssen Sie sich selbst überlegen, wir helfen Ihnen ab Seite 74 derweil bei der Einführung von Office 365 und untersuchen ab Seite 86, welche AWS-Dienste sich auch für KMUs eignen.

Eine spannende Lektüre wünscht

John Pardey

Chefredakteur

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Ausgabe /2019