Abkehr von LiMux käme teuer zu stehen

16.10.2014

In einer Antwort auf eine offizielle Anfrage räumt der Münchner OB Reiter ein, dass eine Rückkehr zu Microsoft-Produkten einen zweistelligen Millionenbetrag kosten würde.

Eine Anfrage der Münchner Stadrats-Fraktion "Bündnis 90/Die Grünen/Rosa Liste" sollte beim Oberbürgermeister Reiter (SPD) mehr Details zu einer mutmaßlichen Rück-Migration auf Windows in Erfahrung bringen. In seiner Antwort berichtet der OB, dass eine grundsätzliche Prüfung der Leistungsfähigkeit der IT sowie entsprechende Nutzerzufriedenheit stattfinden soll, die sich allerdings nicht in erster Linie um "die Frage des Betriebssystems" dreht. Dazu soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die aus Mitarbeitern der Stadt sowie externer IT-Dienstleister bestehen soll.

Bisher sei auch noch nicht klar, wieviele der im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung eingegangenen Beschwerden über die städtische IT überhaupt "mit Open Source in Verbindung stehen". Schließlich räumte Reiter auch ein, dass die in den Medien kolportierten Schwierigkeiten bei der Integration der bürgermeisterlichen Smartphones in die städtische IT nicht im Zusammenhang mit dem LiMux-Projekt standen.

Die eingesparten Lizenzkosten, die das LiMux-Projekt der Stadt beschert habe, beziffert Reiter auf etwa 11 Millionen Euro. Demgegenüber stünden bei einer Rückmigration auf Microsoft etwa 14 Millionen Euro "verlorener Investionen", etwa durch die Durchführung des LiMux-Projekts an sich, Schulungen, proprietärer Lizenzen (Virenscanner), Anpassungen von Fachanwendungen und so weiter. Die Office-Migrationskosten sind hierbei nur zu einem Drittel veranschlagt, weil die im Rahmen von LiMux durchgeführte Konsolidierung auch im Fall einer Windows-Einführung noch von Nutzen wäre.

Zu den "verlorenen Investitionen" kämen neben erneuten Migrationskosten noch die Anschaffung neuer Hardware für moderne Windows-Systeme, die mit mindestens 3,15 Millionen Euro veranschlagt wird. Darüber hinaus müssten noch diverse Projekte gestoppt werden, die auf Basis der existierenden LiMux-Infrastruktur bereits für das Jahr 2015 geplant sind.

 

 

 

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