Bitkom: Deutsche Unternehmen mehrheitlich pro Open Source

16.09.2019

Die deutsche Wirtschaft ist Open-Source-affin: Laut einer Bitkom-Umfrage setzen mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern aktuell auf quelloffene Lösungen, während neunzig Prozent Vorteile von Open-Source-Software bejahen.

"Open Source ist in der deutschen Wirtschaft angekommen" – so lautet das Fazit des Digitalverbandes Bitkom, nachdem er mehr als 800 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland bezüglich ihres Einsatzes und Gedanken zu quelloffener Software befragt hat. Demnach bezeichnen sich drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) als an Open Source interessiert und dem Thema gegenüber aufgeschlossen. Während knapp jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) noch unentschieden ist, gaben lediglich 4 Prozent an, freie Software grundsätzlich kritisch zu sehen oder abzulehnen. Bezüglich des konkreten Einsatzes erklärten laut Bitkom über zwei Drittel (69 Prozent) der Firmen, quelloffene Lösungen bewusst einzusetzen, während 27 Prozent wissen ließen, solche nicht zu nutzen.

 

"Vermutlich nutzen sogar noch viel mehr Unternehmen Open-Source-Lösungen, ohne es zu wissen – sei es als Smartphone-Betriebssystem oder als Softwarebasis für Webserver", kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Umfrage-Ergebnisse und ergänzt: "Open Source kommt vor allem bei neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Blockchain eine entscheidende Bedeutung zu, weil dort das Entwicklungstempo besonders hoch ist."

 

Kosten größter Vorteil, fehlende Fachkräfte größter Nachteil

 

Im Vergleich zu proprietärer Software sehen gar rund neun von zehn der befragten Unternehmen Vorteile beim Einsatz von Open Source. Unter diesen wurde mit Abstand der Aspekt "Kosteneinsparungen" (17 Prozent) am häufigsten genannt, während zahlreiche weitere Vorzüge ähnlich häufig angeführt wurden. Dazu zählen beispielsweise hohe Sicherheit durch zeitnahe Updates und Unabhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern (je 9 Prozent) sowie die breite Auswahl an Open-Source-Komponenten, der Zugriff auf den Quellcode und einfache individuelle Anpassungen an der Software (je 7 Prozent). Weitere öfter aufgezählte Vorteile sind offene Standards (6 Prozent), die Kompatibilität zu weiteren eingesetzten Tools und eine aktive Community für den Wissensaustausch (je 5 Prozent).

 

Allerdings sehen auch etwa 8 von 10 der befragten Unternehmen (79 Prozent) Nachteile beim Einsatz von Open Source. Hier sticht mit 12 Prozent der Mangel an Fachkräften heraus, welche quelloffene Software in Unternehmen einführen, an den individuellen Bedarf anpassen und weiterentwickeln können. Als weitere genannte Mankos folgen mangelnde Akzeptanz im Unternehmen (7 Prozent) sowie unklare Gewährleistungssituation, fehlende Schulungsangebote, fehlende Lösungen für den eigenen Anwendungsfall, die aufwändige Umstellung von der bisherigen Software auf Open Source sowie eine zu große und damit unüberschaubare Auswahl an Open-Source-Lösungen (je 6 Prozent). Fünf Prozent beklagen zudem einen hohen Schulungs- und Einarbeitungsaufwand.

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