Draft für HTTP 2.0 fertig

10.07.2013

Die zuständige Arbeitsgruppe hat den Entwurf für die kommende HTTP-Protokollgeneration fertiggestellt.

Die IETF Working Group "Hypertext Transfer Protocol Bis (httpbis)" hat den Draft für die Spezifikation von HTTP 2.0 veröffentlicht. Zwar ist sie noch nicht endgültig, sie soll aber bereits als Grundlage für die Implementierung in Software dienen. Im August 2013 soll es umfangreiche Tests der Interoperabilität geben, die endgültige Einführung in der Praxis ist für das Frühjahr 2014 anvisiert. Anfang August will sich die Working Group, der unter anderem Mitarbeiter von Google und Microsoft angehören, wieder treffen.

Der Entwurf von HTTP 2.0 entspricht weitgehend der Spezifikation des SPDY-Protokolls, das von Google entwickelt wurde. Allerdings sollen verschlüsselte Verbindungen, im Gegensatz zu SPDY, nicht obligatorisch sein. Die SPDY-Entwickler haben in ihren Benchmarks bis zu 64 Prozent kürzeren Seitenladezeiten gemessen, das Ziel sind im Durchschnitt 50 Prozent. Dazu trägt etwa Stream-Multiplexing bei, das mehrere Anfragen über eine einzige TCP-Verbindung erlaubt und somit den Overhead für den Verbindungsaufbau reduziert..Die Priorisierung von Requests sorgt dafür, dass wichtige Anfragen gegenüber anderen bevorzugt behandelt werden. Schließlich komprimiert SPDY die übertragenen HTTP-Header, um das Datenaufkommen zu reduzieren. HTTP 2.0 wird aber vermutlich ein anderes Komprimierungsverfahren verwenden als SPDY.

Neben Mitarbeitern von Google ist beispielsweise auch Microsoft Teil der Arbeitsgruppe. Den Google-Entwicklern gehen allerdings die Verbesserungen durch HTTP 2.0 noch nicht weit genug, denn die so genannte Round Trip Time, also die komplette Zeit für einen Anfrage-Antwort-Zyklus zwischen Client und Server, wird durch das neue Protokoll trotz hoher Bandbreite nicht reduziert. Die ist insbesondere bei Mobilfunknetzen sehr hoch, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Deshalb arbeiten die Google-Techniker bereits an einer weiteren Protokollinnovation namens QUIC, die eine Art von Transport Layer Security (TLS) auf UDP vorsieht. Dadurch sollen gleichzeitig schnelle und sichere Verbindungen für Mobilgeräte möglich sein.

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