OS-V: neues Betriebssystem für die Cloud

19.09.2013

Ein neues Betriebssystem für die Cloud schneidet alte Zöpfe ab und gibt sich minmalistisch.

Unter dem Namen OSV wurde ein neues Betriebssystem veröffentlicht, das für Cloud-Installationen maßgeschneidert ist. Hinter dem Projekt stecken maßgebliche Köpfe der Linux-Welt, etwa der KVM-Erfinder Avi Kivity, der KVM-Projektmanager Dor Laor, sowie die Kernel-Programmierer Glauber Costa, Nadav Har'El und Pekka Enberg. Zusammen haben sie die Firma Cloudius gegründet, die OSV als als freie Software unter https://github.com/cloudius-systems/osv/ veröffentlicht hat.

Dass OSV unter einer BSD-Lizenz steht und nicht, wie etwa der Linux-Kernel, unter der GPL, weist schon darauf hin, dass das neue Betriebssystem von FreeBSD abgeleitet ist. Allerdings haben die Entwickler auch große Teile des neuen Kernels selbst geschrieben. OSV ist für den Betrieb auf Hypervisor-Systemen, insbesondere KVM, optimiert und verzichtet deshalb auf viele Funktionen moderner Betriebssysteme, etwa die Aufteilung in Kernel- und Userspace. Der damit erzielte Wegfall von Kontextwechseln soll zu höherer Performance führen. Anwendungen wie die Java Virtual Machine werden aus dem gleichen Grund direkt in das Betriebssystem integriert.

In C geschriebene Anwendungen sollen im Normalfall unverändert auf OSV funktionieren. Allerdings lassen sie sich noch weiter optimieren, indem sie direkt auf die Kernel-API zugreifen, die OSV bietet. Als Dateisystem setzt OSV das leistungsfähige ZFS ein, das von Solaris stammt. Das minimalistische OS soll jeweils nur eine Anwendung hosten, verzichtet dazu weitgehend auf die von Unix bekannten Security-Features und überlässt sie dem Hypervisor. Auch die von Linux/Unix bekannte Konfiguration des Betriebssystem fällt mit dem neuen Konzept weg.

Bisher läuft OSV direkt auf KVM, Xen und Amazon EC2. VMware-Support soll bis Ende des Jahres folgen.

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