Oracle beerdigt Opensolaris

16.08.2010

In einer auf der Opensolaris-Liste zirkulierenden Mail kündigt Oracle das Ende der freien Solaris-Variante an.

 

 Solaris soll für Oracle das Server-Geschäft in vielen Bereichen anheizen, egal ob SPARC-Plattform oder x86, und will dafür Entwickler einstellen. Das ist einem internen Oracle-Schreiben zu entnehmen, das auf der Opensolaris-Mailingliste zirkuliert. Für das Opensolaris-Projekt in der jetzigen Form markiert diese Strategie das Ende. Solaris soll als Standalone-Produkt mit den übrigen Oracle-Produkten funktionieren. In der Mail nennt sich das eine umfassende, offene und integrierte Strategie. Design und Entwicklung seien künftig darauf ausgerichtet, und an diesem Punkt beginnt es, für Opensolaris bitter zu werden.

Oracle will zwar weiterhin große Teile des Codes unter CDDL-Lizenz veröffentlichen, Die Updates für die frei lizenzierten Teile folgen allerdings erst nach dem Release der Enterprise-Ausgabe. Die Ausgabe von Code in "Echtzeit" als Nightly-Builds an die Community werde es nicht mehr geben. Im Klartext: Der zahlende Kunde ist der erste, der Neuentwicklungen sieht. Oracle will allerdings ein "Technology Partner Program" auflegen, dass Einblicke in den Code der in Entwicklung befindlichen Features anbietet. Das Oracle Technology Network (OTN) gilt als Plattform für dieses Programm. Den Zutritt will der Konzern von Fall zu Fall entscheiden. An Entwicklungen und Upstreams für Projekte wie Gnome und X11 sowie an den Beiträgen zu Apache und OpenSSLwill Oracle festhalten. Technische Informationen soll es ebenfalls weiter geben, allerdings nicht in der bisherigen Detailtiefe und nicht solche zu allen künftigen Entwicklungen, abgesehen von Ausnahmen. Die nächste Release, so heißt es im Schreiben, sei Solaris 11. Ende des Jahres steht die Release von Opensolaris 11 Express und 2011 die finale Version an. Ein Opensolaris 2010.05 werde es ebensowenig geben wie Nightly- oder Weekly-Builds davon. Schon vor einigen Wochen hat sich mit Illumos ein Projekt gegründet, dass sich ein wirklich freies Solaris zum Ziel gesetzt hat. Unter anderem waren die fehlenden Aussagen von Oracle zur Zukunft von Opensolaris Motivation zur Illumos-Gründung. [Diese Meldung stammt von Linux-Magazin Online]

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus
Mehr zum Thema

Illumos: vorsichtiger Ableger von Opensolaris, aber kein Fork

In einem Webcast skizziert der Projektleiter Garrett D'Amore die Pläne für den Opensolaris-Spinoff.

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Google+

Ausgabe /2019