Paul Vixie: Neue Top-Level-Domains sind Geldmacherei

28.10.2015

Der Internetpionier sieht keinen Sinn in den neuen gTLDs. 

Auf der Ruxcon-Security-Konferenz in Melbourne hat sich der Internet-Pionier Paul Vixie kritisch zu den neuen Top-Level-Domains geäußert. Dabei handle es sich um reine Geldmacherei, so Vixie. Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) habe bei der Regulierung des DNS versagt und sich stattdessen den Lobbyisten der Internet-DNS-Registrare unterworfen. Eine Nachfrage von Benutzer- und Kundenseite habe es nie gegeben, was sich auch in dem schleppenden Absatz der neuen gTLDs (generic Top Level Domains) zeige. Die Liste der für gTLDs reservierten Strings reicht von Gucci bis Chanel.

Zusätzlich sei DNS mit daran schuld, dass die Kriminalität im Internet ein derart großes Ausmaß angenommen habe. Ein ganzer Mikrokosmos von Registries und ISPs sei nur dazu da, Kriminelle mit Domain zu versorgen. Wenigstens sei es im DNS gegenüber etwa WHOIS-Informationen schwieriger, seine Identität zu verschleiern. Trotz seiner Schwächen sei DNSSEC eine anstrebenswerte Verbesserung gegenüber DNS, meint Vixie. Im Zusammenspiel mit DANE (DNS-based Authentication of Named Entities) könne DNS auch mit den Problemen des X.509-Zertifikatssystems aufräumen, das Vixie für ein "Desaster" hält. Aus historischen Gründen gebe es etwa 2000 Firmen, deren Zertifikate von Browsern anerkannt werden, über die man aber kaum etwas weiß. 

Paul Vixie war Anfang der neunziger Jahre Maintainer des BIND-Nameservers und hat das Internet Systems Consortium (ISC) gegründet, das seither den Nameserver-Code pflegt und den F-Rootserver betreibt. 

DNS

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