Softbank kauft ARM

19.07.2016

Die britische Chipentwicklungsfirma wird von einem japanischen Konzern übernommen. 

Für umgerechnet beinahe 30 Milliarden Euro übernimmt der japanische Konzern Softbank die Chipentwicklungsfirma ARM. Seinen Firmensitz soll ARM weiterhin in Großbritannien haben. Die Anzahl der bei ARM Beschäftigten soll in den nächsten Jahren sogar noch ausgebaut werden. 

ARM stellt selber keine Prozessoren her, sondern lizenziert die von ihnen entwickelten Designs an andere Hersteller wie Qualcomm. Auf der ARM-Architektur basierende Chips stecken in den meisten modernen Smartphones. 

ARM-Prozessoren schon seit langem als stromsparende Alternative zu den klassischen x86-Prozessoren von Intel und AMD angepriesen. Die Einführung lässt allerdings auf sich warten. Vorreiter wie Calxeda mussten sich mangels Kapital schon wieder vom Markt verabschieden, während Intel auf der anderen Seite immer stromsparendere Prozessoren präsentiert. AMD hat mit dem Opteron A1100 eine ARM-Prozessorreihe vorgestellt, aber komplette Boards dafür gibt es bisher nur von Gigabyte. HPE bietet zwei Module für das Moonshot-Serversystem, die auf ARM-Prozessoren basieren: Die HP-Proliant-m400-Module sind mit einem 2,4 GHz schnellen 64-Bit-Prozessor X-Gene von Applied Micro ausgestattet

Mit der Spezifikation der Server Base Boot Requirements (SBBR) hat ARM im Jahr 2014 die Grundlage für die Standardisierung der ARMv8-Plattform (64 Bit) geschaffen. Ergänzend zur Spezifikation der Server Base System Architecture (SBSA), deckt die SBBR die Low-Level-Interfaces für das Booten eines Betriebssystems, Konfigurations- und Powermanagement für 64-Bit-ARM-Systeme ab. Die SBBR sehen eine Reihe von Technologien vor, die sich in der x86-Welt bewährt haben, können aber auf jeglichen Legacy-Support verzichten, da es keine Systeme zu unterstützen gibt, die noch aus dem achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stammen. Zum Booten setzen die SBBR etwa auf den UEFI-Standard 2.4. Zum Konfigurations- und Powermanagement greift die Spezifikation auf ACPI 5.1 zurück. Weitere Informationen zu vorhandenen Controllern und Subsystemen werden über SMBIOS verwaltet.

Linux-Distributoren wie Canonical (Ubuntu), Suse und Red Hat unterstützen mit ihren Betriebssysteme bereits ARM-Server. Gerüchteweise gibt es auch eine ARM-Version von Windows Server von Microsoft, das mit ARM einen Kooperationsvertrag geschlossen hat.

ARM

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