ADMIN-Tipp: Google-Anwendungen über die Kommandozeile

Jede Woche erscheint in unserem Newsletter ein neuer ADMIN-Tipp. Eine Sammlung aller Tipps finden Sie im Archiv der ADMIN-Tipps.

Cloud-Anwendungen über die Kommandozeile: Für einige Google-Dienste macht das Google Command Line Tool das möglich.

Keine grafische Oberfläche, kein Browser, bei einer Server-Installation normalerweise auch kein Problem. Allerdings verschließt der Browser-Mangel auch den Zugriff auf Cloud-Dienste, die inzwischen häufig wichtige Dokumente beherbergen -- ob es dem Admin gefällt oder nicht. Das Google Command Line Tool (GCL) ermöglicht ihm aber auch von der Kommandozeile den Zugriff auf die wichtigsten Cloud-Anwendungen von Google.

GCL steht als Windows-Installer, .deb-Paket für Debian-basierte Linux-Distributionen und in einem PyPi-Repository für die Installation mit Easy Install oder PIP Verfügung. Das Python-Programm GCL setzt außer dem Python-Interpreter nur das Paket GData voraus.

Nach der Installation stehen sechs Google-Dienste per Kommandozeile zur Verfügung: Google Docs, Blogger, Kalender, Kontakte, Picasa und Youtube. Ein Aufruf erfolgt beispielsweise mit dem Kommando

google doc list

Damit zeigt GCL alle in Google-Docs gespeicherten Dokumente an. Beim ersten Aufruf fragt es nach dem Benutzernamen: Um den Dienst für den Kommandozeilenclient freizuschalten, ist einmalig ein Authentifizierungscode vonnöten, der wiederum über das Web-Frontend abgerufen wird; der erste Schritt erfolgt als gezwungenermaßen auf einer Maschine mit grafischer Oberfläche und Web-Zugang. Nach der Eingabe der Anmeldedaten speichert der Kommandozeilenclient diese lokal und nutzt sie für künftige Zugriffe automatisch. Auf einen anderen Usernamen stellt die Option "--user" oder "-u" um.

Google-Dokumente lassen sich auch direkt im Texteditor bearbeiten:

google edit --title "Dokument" --editor vim

 

Der Titel entspricht dabei dem vom "list"-Befehl ausgegebenen Dokumentennamen. Die Option "--editor" legt das zum Bearbeiten verwendete Programm fest. Daneben kennt der Google-Docs-Dienst die Funktionen "delete" und "get", die ein Dokument löschen beziehungsweise herunterladen. Mit "upload" fügt man dem Dienst eine lokale Datei hinzu.

Die anderen Dienste funktionieren auf die gleiche Weise. Statt "doc" folgt als erstes Argument beispielsweise "blog" für Google Blogger. "list" zeigt die vorhandenen Posts, die sich mit "delete" löschen und mit "tag", gefolgt von der Option "--tags" kategorisieren lassen. Mit "post" publiziert man ein neues Posting:

 

google blog post --tags "ADMIN, Tipp", "Neues Blog-Posting"

 

Auch die anderen durch den Google-Kommandozeilenclient verfügbaren Dienste Calendar, Contacs, Picasa und Youtube funktionieren nach dem gleichen Muster:

google Dienst Befehl

 

Das Handbuch auf der Projekt-Homepage führt die möglichen Kommandos für alle Dienste vollständig auf.

27.12.2013

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Ausgabe /2020