Webframework Play 2.0 als Beta veröffentlicht

16.11.2011

Mit Version 2.0 läutet das Webframework Play eine neue Ära ein und unterstützt neben Java von Grund auf die Programmiersprache Scala.

In einem Beitrag auf der Mailingliste hat der Projektgründer Guillaume Bort die Veröffentlichung der Beta von Version 2.0 des Play-Frameworks bekannt gegeben. Gegenüber Play 1.x gibt es in der neuen Version einige grundlegende Änderungen. So ist nun die Programmiersprache Scala nicht länger nur über ein externes Modul, sondern von Grund auf im Kern des Frameworks unterstützt. Jedoch wird Play auch in Zukunft kein reines Scala-Projekt sein, sondern bietet auch Java-Programmierer den gleichen Funktionsumfang.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Beta-Version wurde die Aufnahme von Play in den so genannten Typesafe Stack bekannt gegeben, eine Zusammenstellung von Web-Softwarekomponenten rund um die Programmiersprache Scala, die von der Firma Typesafe betreut wird, hinter der unter anderem der Scala-Erfinder Martin Odersky steckt. Auch der in Scala-Kreisen bekannte Jonas Bonér,  Architekt der verteilten Scala-Middleware Akka, ist Mitglied des Typesafe-Managements.

Geändert hat sich in Play 2.0 beispielsweise das Build-System, das bislang auf Python-Scripts basierte. Jetzt werden das in der Java-Welt verbreitete Maven und das bei Scala-Programmierern beliebte SBT (Simple Build Tool) unterstützt. Typsicherheit war schon in Play 1.x durch die Programmiersprachen Java und Scala garantiert, jedoch erlaubte die Template-Sprache bisher noch dynamische Typen. Ab Version 2.0 soll auch in diesem Bereich statische Typisierung für zuverlässigere Webanwendungen sorgen.

Zur Speicherung von Daten dient nicht länger automatisch die Hibernate-ORM-Schicht (Object-Relational Mapping), sondern ein modulares System, das die EBeans-API einsetzt. Hibernate soll optional weiter zur Verfügung stehen. Für Scala-Programmierer gibt es unter dem Namen Anorm einen eigenen Weg für den Datenbankzugriff, der kein ORM implementiert, sondern verlangt, eigenen Datenbankabfragen zu konstruieren. Schließlich soll Play auch die asynchrone Verarbeitung von Requests ermöglichen, etwa für lange andauernde oder persistente Verbindungen und Websockets.

Wegen der tiefgreifenden Änderungen werden mit Play 1.x geschriebene Webanwendungen nicht kompatibel zu Play 2.0 sein. Version 1.x soll nach dem Willen der Play-Entwickler aber noch weiter gepflegt werden. Der Grundstein für die Dokumentation der Programmierung mit Play 2.0 in Java und Scala ist mit einem Wiki unter der Adresse https://github.com/playframework/Play20/wiki gelegt.

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