ZX81 feiert 30. Geburtstag

11.03.2011

 Vor 30 Jahren schaffte der ZX81 den Durchbruch auf dem Homecomputer-Markt.

 

Der ZX81 und seine berühmte Folientastatur (Foto: Barney Livingston, http://www.flickr.com/photos/barnoid/154120730/)

30 Jahre wird in diesen Tagen der ZX81 alt, ein Homecomputer der ersten Stunde, der für viele (oder ihre Eltern) den Einstieg in die Welt der Computer darstellte. Zwar gab es vorher schon das Vorgängermodell ZX80 und Bastlergeräte wie den Altair, aber kein Homecomputer verkaufte sich so gut wie der ZX81, der zum unschlagbar günstigen Preis von 398 respektive 298 DM erhältlich war. Bis die Firma Sinclair den Vertrieb einstellte, verkaufte sie vom ZX 81 über 1,5 Millionen Exemplare.

Das Gehirn des ZX81 war der Z80-Prozessor, der schon dem Vorgänger ZX80 seinen Namen verlieh. Die Speicherausstattung von 1 KByte (!) RAM erscheint aus heutiger Sicht lächerlich gering. Viele Anwender erweiterten ihn damals über den Expansion Port auf sagenhafte 16 KBytes.  Als Monitor diente ein normaler Fernseher, zur permanenten Datenspeicherung ein Kassettenrecorder, der die Daten als Audiosignale auf dem Magnetband speicherte (heute als Java-Anwendung verfügbar). Legendär ist die miese Folientastatur des ZX81, die das Eintippen größerer Code-Mengen zur Qual machte. Darüber hinaus gab es für jede BASIC-Anweisung ein eigene Taste, die aber wegen der Mehrfachbelegung mit anderen Tasten kombiniert werden musste.

Trotz seiner bescheidenen Ausstattung verstanden es die ZX81-Fans auf der kleinen Maschine alle möglichen Anwendungen zum Laufen zu bringen, vom Schach bis zum Port des Civilization-Spiels. Die Programmiersprache war BASIC, das Sinclair mit einem brauchbaren Programmierhandbuch unterstützte, und der Maschinencode des Z80, der über einen BASIC-Lader geladen und gestartet wurde (Stichwort: PEEK, POKE und USR).
 

"Civilization" auf dem ZX81

Nach 30 Jahren lebt der ZX81 in Fankreisen weiter, in Deutschland bewahrt das ZX-Team (http://www.zx81.de) das Andenken an ihn und seinen Vorgänger. Hobbyisten haben heute in zahlreichen Varianten den ZX81 mit FPGA-Technologie oder mit diskreten Bauteilen (Grant Searle: Build Your Own ZX80/81) nachgebaut und emulieren dabei zum Teil selbst die Z80-CPU.

ZX81-Emulatoren gibt es für die meisten Betriebssysteme und sogar plattformübergreifend, in Java geschrieben. Wer aktuell die Rechte an den dafür nötigen ROMs besitzt, scheint allerdings niemand zu wissen. Auf eine Anfrage im Jahr 2010 wegen eines geplanten Emulator-Projekts erteilte John Grant, der das ROM damals im Auftrag von Sinclair programmierte, die Auskunft:

"I'm fairly sure we signed over the rights to Clive Sinclair, and I think he'd have passed them on to Amstrad when they bought the rights to all Sinclair computers in 1986.

 Nach anderen Quellen hat Amstrad seinerzeit aber nur die Rechte an den Spectrum-ROMs erworben und diese später frei zur Verfügung gestellt. Wer die Rechte an den ROMs von ZX80 und ZX81 besitzt, bleibt somit ein Mysterium. (ofr)

80er-Jahre Science Fiction: Das Cover des ZX81-BASIC-Handbuchs

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