Zwei Harken

Der Erfolg des Webalizers sorgte für mehrere Abspaltungen und darauf aufbauende Weiterentwicklungen. Die beiden bekanntesten sind der Webalizer Xtended von Patrick Frei [5] und der Stone Steps Webalizer [6]. Beide bieten neben kleinen Verbesserungen im Detail ein leicht überarbeitetes Layout der generierten HTML-Seiten, sowie eine Statistik toter Links (HTTP-404-Statistik), benutzerdefinierte Farbwahl in den Diagrammen und eine so genannte GeoIP- (auch als Geotargeting bezeichnete) Funktion. Letztere ordnet den IP-Adressen ihre geografische Herkunft zu (Abbildung 5). Webalizer Xtended bringt zusätzlich noch eine IPv6-Fähigkeit mit.

Abbildung 5: Webalizer Xtended liefert mit Hilfe der GeoIP-Bibliothek auch die Standadorte der anfragenden Computer.

Beide Webalizer-Abkömmlinge nimmt man genau wie ihren Vater in Betrieb. Lediglich die neu hinzugekommenen Zusatzfunktionen erfordern ein paar weitere Bibliotheken. Im einzelnen sind dies »libpng« , »gd« und »zlib« , jeweils mit ihren Entwicklerpaketen. Für die GeoIP-Unterstützung ist zusätzlich die GeoLite Country Library notwendig [7]. Zusätzlich zur Installation aus dem Quellcode ist die Geodatenbank nötig, die im GeoLite-Country-Binary-Paket [8] zu finden ist. Der Admin entpackt es und kopiert abschließend die darin enthaltene Datei »GeoIP.dat« in das neu zu anzulegende Verzeichnis »/usr/local/share/GeoIP« .

Stone-Steps-Nutzer benötigen zwingend die aktuelle Datenbankbibliothek »db4.4« , die zum Redaktionsschluss leider noch nicht den Weg in alle Repositorys gefunden hat [9]. Webalizer Xtended gibt sich schon mit dem Gespann aus »db« und »db4.0« zufrieden, die er zudem nur dann benötigt, wenn DNS-Auflösung gefragt ist.

Sind alle Vorbedingungen erfüllt, führt bei Stone Steps Webalizer der bequemste Weg über die fertig kompilierte Variante [6]. Wer den Quellcode bevorzugt, übersetzt ihn per »make -f makefile.gnu« . Beim Webalizer Xtended kommt zu »./configure« der zusätzliche Parameter »--enable-geoip« . Weiter geht es wie vom originalen Webalizer gewohnt. Die neuen Funktionen der beiden Abkömmlinge sind über die entsprechenden Parameter in »/etc/webalizer.conf« einstellbar.

Analog

Die aktuelle Analog-Version 6.0 stammt aus dem Jahr 2004 und ist damit nur unwesentlich jünger als der Greis Webalizer. Wäre das nicht schon Schmach genug, liefert Analog weniger Informationen als sein Kollege. Gerade einmal die üblichen Bestenlisten und Zusammenfassungen spuckt der Analyzer aus. Eine Liste mit den Suchwörtern zählt hier schon zum Höchsten der Gefühle (Abbildung 6).

Abbildung 6: Analog liefert Informationen, welche Dateigrößen am häufigsten übertragen wurden.

Nach dem Entpacken des Quellcodearchivs wechselt der Admin in das Unterverzeichnis »src« und wirft dort »make« an. Sobald der C-Compiler das fertige Programm ausspuckt, geht es wieder eine Verzeichnisebene höher. Dort ist nun ein Blick in die Konfigurationsdatei »analog.cfg« fällig. In ihr folgt nach »LOGFILE« den Namen des auszuwertenden Logfiles. Weiter geht es zur Zeile

# OUTFILE Report.html

Dort entfernt der Admin die Kommentarraute und tauscht »Report.html« gegen den Namen der gewünschten Ausgabedatei. Wie ihre Endung bereits andeutet, produziert Analog sie standardmäßig im HTML-Format. Damit sie auch anschauliche Tortendiagramme anzeigt, ist das ebenfalls leicht angegraute ReportMagic [11] nötig. Nach dem Speichern der Änderungen startet ein Aufruf von »./analog« schließlich die eigentliche Auswertung.

Für eine Fütterung mit mehreren Logfiles bietet Analog eine ausgefeilte Syntax. So sind im Dateinamen hinter »LOGFILE« nicht nur die bekannten Wildkarts erlaubt, über spezielle Platzhalter unterstützt der Analyzer sogar explizit dynamische Dateinamen und somit den Log-Rotation-Mechanismus (mehr dazu im Kasten "Rotierende Daten"). Beispielsweise wertet »LOGFILE access.log.%M« im November die Datei »access.log.11« aus, im Dezember hingegen »access.log.12« . Damit genügt es, Analog einmal im Monat anzustoßen.

Falls Analog das Logfile-Format nicht von selbst aus erkennt, darf man in der Konfigurationsdatei hinter »LOGFORMAT« den Aufbau einer Zeile selbst vorgeben. Auch hier setzt Analog wieder auf Platzhalter. Welcher für welche Information steht, verrät die überraschend gute Dokumentation, die sogar noch Tipps für die Interpretation der ausgespuckten Statistiken bereithält.

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