Immer größere Datenmassen sicher zu speichern ist eine Herausforderung für jede IT-Infrastruktur. Schon mit Gigabit-Ethernet lassen sich aber ... (mehr)

Adressen-Vielfalt

Bei Fibre Channel werden Geräte mit dem so genannten World Wide Nodename (WWNN) und dem World Wide Portname (WWPN) eindeutig referenziert. Jedem Gerät ist immer eine WWNN zugeordnet. Da Fibre-Channel-Adapter oft über mehr als einen Anschlussport verfügen, ist jedem Port zusätzlich eine eindeutige WWPN zugewiesen. Abbildung 3 zeigt das Prinzip an einem Dual-Port-Host-Busadapter mit seiner WWNN und den WWPN. Grundsätzlich sind die WWPN mit der MAC-Adresse einer Ethernet-Schnittstelle vergleichbar.

Abbildung 3: Der World Wide Nodename (WWNN) und die beiden World Wide Portnames (WWPN) bei einem Dual-Port-Fibre-Channel-Adapter.

Für COMSTAR benötigen Sie nur die World Wide Portnames derjenigen Ports, die miteinander verbunden sind. Auch beim Einsatz eines SAN-Switch sind lediglich die WWPNs relevant, die zusammen eine Zone im SAN-Switch bilden. Um einen Emulex Enterprise Adapter, zum Beispiel den Emulex LP9002L, in den Target Mode zu versetzen, müssen Sie die Treiberkonfiguration folgendermaßen anpassen:

$ pfexec su
# vi /kernel/drv/emlxs.conf
target-mode=1;
emlxs0-target-mode=0;
emlxs1-target-mode=1;
# reboot

Beachten Sie, dass Sie den Parameter »target-mode« auf »1« setzen. Nur dann ist der Target-Modus überhaupt aktiv! Im Beispiel sind allerdings gleich zwei Host-Busadapter installiert. Das Setzen des Parameters »emlxs0-target-mode« auf »0« schließt daher den ersten installierten Emulex-HBA als Targetdevice aus. Immerhin ist an diesem Adapter ein Fibre-Channel-JBOD mit einer Reihe von Festplatten angeschlossen.

Der zweite Emulex-Adapter ist dagegen als Target konfiguriert. Darüber wird nun ein ZFS-Volume im SAN veröffentlicht. Erstellen Sie dazu wie im vorherigen iSCSI-Beispiel ein ZFS-Volume, konfigurieren Sie es als COMSTAR-Blockdevice und geben Sie die Logical Unit bekannt (Listing 8).

Listing 8

Setup für Fibre Channel

 

Dann steht eine Logical Unit mit der LUN 1 für den Client mit der WWPN »50:06:0b:00:00:c2:62:04« bereit. Um die WWPN des Open-Solaris-Systems zu ermitteln, führen Sie den Befehl »fcinfo hba-port« aus. Sie erhalten so alle Daten zu den installierten Fibre-Channel-Host-Busadaptern. Darüber beziehen Sie die notwendige WWPN, um die Target Group passend zu konfigurieren. Die WWPN des Centos-Linux-Clientsystems ermitteln Sie dagegen wie in Listing 9. Bei anderen Linux-Distributionen sind zum Teil andere Befehle nötig.

Listing 9

Fibre-Channel-WWPN unter Centos

 

Wenn alles funktioniert und die richtigen WWPNs hinterlegt sind, steht nach kurzer Wartezeit auf Ihrem Linux-System ein neues Blockdevice bereit:

# fdisk -l
Disk /dev/sda: 10.7 GB, 10737352704 bytes
64 heads, 32 sectors/track, 10239 cylinders
Units = cylinders of 2048 * 512 = 1048576 bytes
Disk /dev/sda doesn't contain a valid partition table

Wie im iSCSI-Beispiel können Sie nun auf dem Blockdevice ein Dateisystem erstellen und alle Möglichkeiten von ZFS ausschöpfen. In Verbindung mit einem leistungsfähigen ZFS-Pool aus schnellen Festplatten entsteht so schnell ein leistungsfähiges Fibre-Channel-Storage-System. Mit etwas Mühe sollte das System auch Multipathing-fähig sein. Nur die Konfiguration eines ausfallsicheren Storage-Cluster ist derzeit nicht möglich.

Fazit

Mit Open Solaris, ZFS und COMSTAR stellt Oracle leistungsfähige Komponenten für die Implementierung von Storage-Systemen bereit. Die Einrichtung fällt sehr einfach aus, obwohl es keine grafische Oberfläche gibt.

Der besondere Reiz von COMSTAR ist sein modularer Aufbau. Sie können jederzeit verschiedenste Ausprägungen von Blockdevices über beliebige unterstützte Protokolle exportieren. Selbst das Mischen ist möglich! Eine Logical Unit kann durchaus über iSCSI und Fibre Channel zugleich erreichbar sein. An weiteren Protokollen arbeitet die Community schon, so steht für Hochleistungsanwendungen bereits eine Infiniband-Implementierung zur Verfügung.

Mit dem ZFS-Dateisystem, günstigen und großen SATA-Festplatten und Solid State Disks als schnellem Cache lässt sich so ein leistungsfähiges und dennoch preiswertes Storage-System aufbauen.

Der Autor

Djordje Gladovic ist langjähriger Angestellter der Firma WK EDV GmbH und dort als Solution Architect mit den Schwerpunkten IT-Development sowie IT-Consulting tätig. Neben seinen Aktivitäten in der Münchener Open Solaris Users Group (MUCOSUG) betreibt er in seiner Freizeit Storage- und Blade-Systeme und bloggt darüber auf http://www.tschokko.de. Daneben engagiert er sich für das Computermuseum für historische Rechenanlagen http://cray-cyber.org]und unterstützt den Verein beim Erhalt und Betrieb von Großrechnern, insbesondere aus den Häusern Cray Research und Sun Microsystems.

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