Bücher über High Availability unter Linux und Netzwerkanalyse mit Wireshark

Galina Peshkova, 123RF

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Bücher stehen immer zur Lektüre bereit, ein Linux-Cluster nicht. Deshalb ist diesen Monat Hochverfügbarkeit ein Buchthema; ein anderes ist Netzwerkanalyse mit Wireshark.
Termine planen, Nachrichten austauschen, Kundendaten verwalten, am besten auch vom Smartphone aus. Das alles und noch viel mehr sollen moderne ... (mehr)

Wenn man den Linux-Entwicklern eines nicht vorwerfen kann, dann ist es Stillstand. Für die Welt der Hochverfügbarkeit dokumentiert das ganz treffend die zweite Auflage des Buchs von Oliver Liebel. Eine ganze Menge hat sich seit des ersten Erscheinens geändert und all dies ist in der neuen Ausgabe dokumentiert. Tatsächlich schreibt Liebel über ein Feld, das sich im permanenten Wandel befindet, weshalb er um seine Aufgabe nicht zu beneiden ist. An vielen Stellen schwirrt dem Leser der Kopf, angesichts einer Vielzahl von konkurrierenden, sich teilweise ablösenden und doch wieder funktional überschneidenden Software-Paketen.

Im Zentrum geht es um die Pacemaker-Software, die das Hirn eines Hochverfügbarkeits-Clusters darstellt. Die Kommunikation der mit dem Buch aufgebauten HA-Gebilde findet über Corosync statt. Das dazu passende Storage stellt der Autor vorzugsweise über DRBD zur Verfügung, geht aber auch auf die modernen verteilten Dateisysteme GlusterFS und vor allem Ceph ausführlich ein. Genauso aktuell ist die recht ausführliche Betrachtung des Linux-Dateisystems Btrfs, das der Autor für die Zukunft favorisiert. Für aktuelle Installationen rät er angesichts des Entwicklungszustands jedoch ab. Das gleiche gilt für Version 9.x von DRBD, der ein eigenes Kapitel gewidmet ist.

Die Vielzahl der Details beim Setup eines hochverfügbaren Clusters ist verwirrend, und der Autor geht sie alle durch. Das sorgt für eine nicht einfach verdaubare Lektüre, aber auch für ein umfassendes Praxis-Handbuch zum Cluster-Setup. Ohne die vielen Beispiele am Rechner nachzuvollziehen, wird man an dem Buch wenig Freude haben, dafür ist es zu praxisorientiert.

Wie schon bei der ersten Auflage ist der Schreibstil nicht jedermanns Sache. Des Guten zuviel sind aber absatzlange Exkurse in die Tagespolitik, Science Fiction und Motorradclubs, die schwer zu überspringen sind und das Verständnis eher erschweren.

Wireshark 101

Das Programm Wireshark hilft schon seit 1998 bei der Analyse von Netzwerken mit allen Details, bis 2006 unter dem Namen Ethereal. Nun ist die deutsche Ausgabe des Buchs »Wireshark 101 -- Einführung in die Protokollanalyse« von Laura Chappell im mitp-Verlag erschienen.

Die Autorin gibt auch Wireshark-Kurse und das spiegelt sich im Buch mit seinen abschließenden Übungsaufgaben wieder. Die bis ins letzte Untermenü ausgeführten und übersetzten Optionen und Beschreibungen geben ihm dazu einen referenzartigen Charakter. Der Nachteil des Detailreichtums liegt in teils langen Auflistungen mit wenig Informationsgehalt, die das Buch noch mehr zu einem Nachschlagewerk als zu einem sequenziell zu lesenden Stück machen.

Vor der Beschreibung von Wireshark selbst gibt das Buch eine kurze Einführung in die grundlegenden Konzepte und die Terminologie moderner Netzwerktechnik. Leider fehlen praktische Hinweise etwa auf die korrekte Rechtevergabe für Wireshark; bei der Linux-Installation ist gar von zwingender manueller Übersetzung aus dem Quellcode die Rede, obgleich die meisten Distributionen fertige Wireshark-Binaries anbieten.

Dennoch liefert »Wireshark 101« eine nützliche Einführung; wer die Paketflüsse in einem beliebigen Netzwerk untersuchen möchte, findet eine ausführliche Bedienungsanleitung für das Standardwerkzeug.

Wireshark 101

Laura Chappell

Wireshark 101 – Einführung in die Protokollanalyse

mitp, 352 Seiten,

44,99 Euro

1. Auflage, 2013

ISBN: 978-3-8266-9713-5

Hochverfügbarkeit

Oliver Liebel

Linux Hochverfügbarkeit

Galileo Press, 848 Seiten,

49,90 Euro

2., akt. und erw. Auflage 2013

ISBN 978-3-8362-2542-7

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Ausgabe /2019