IT-Administrator startet mit einem Blick in die Zukunft in das neue Jahr. So dreht sich der Heftschwerpunkt der Januar-Ausgabe um das Thema 'Future Networks'. ... (mehr)

Diverse Frontends verfügbar

Ganeti lässt sich auf der Commandline eigentlich recht gut bedienen, auch wenn man sich viele Befehle und Optionen merken muss. Selbst geschriebene Shellskripte können hier helfen. Wer lieber mit einem grafischen Frontend arbeitet oder es als Self-Service-Portal für Anwender bereitstellen möchte, kann den Ganeti-Webmanager installieren [4]. Wenn er es denn schafft, denn ganz einfach ist die Installation der in Python geschriebenen Django-Anwendung nicht. Viele Schritte sind zu absolvieren und die gehen nicht immer gut. Ist er einmal installiert, hilft er dabei, Templates und darauf basierende VMs anzulegen und zu verwalten. Der Webmanager kann auf Wunsch auch Benutzerdaten aus einem LDAP-Verzeichnis beziehen. Damit kann der Administrator das Management von VMs auch einzelnen Benutzern oder Gruppen überlassen und deren Ressourcenverbrauch per Quota regeln.

Eine Alternative zum Webmanager ist das schon erwähnte Synnefo, das noch einen Schritt weitergeht und Ganeti in Richtung Cloud weiterentwickelt. Es bietet ebenfalls eine webbasierte Benutzerschnittstelle und einige Komponenten für Cloud-Dienste wie Identity-Management und Storage. Synnefo verwendet ab Version 0.16 die Archipelago-Komponente, um den Storage-Zugriff zu vereinheitlichen, und kann dafür RBD/Ceph oder NFS verwenden. Der Identity-Dienst Astakos beherrscht neben einfachen Accounts auch LDAP, Active Directory und SAML 2.0. Cyclades umfasst alle Dienste rund um Compute, Netzwerk und Images. Außer mit der Web-GUI lässt sich Synnefo auch auf der Kommandozeile steuern. Neben der eigenen API stellt Synnefo auch die OpenStack-API zur Verfügung.

Fazit

Ganeti ist ein Geheimtipp für den Betrieb einer ausfallsicheren virtualisierten Infrastruktur. Mit beinahe zehnjähriger Entwicklungszeit und dem Einsatz bei Google, das hinter dem Projekt steht, ist Ganeti eine ziemlich zuverlässige Software. Die Installation hat ihre Tücken, aber wenn ein Ganeti-Cluster einmal läuft, ist der Betrieb reibungslos. Einfacher als die Bedienung über die Kommandozeile ist die webbasierte GUI des Ganeti-Webmanagers, der aber auch nicht ganz einfach zu installieren ist. Wer die Befehlsbedienung vorzieht, findet einen praktischen Helfer im Ganeti Cheat Sheet des Network Startup Resource Centers [5].

Leider lässt Ganetis Dokumentation zu wünschen übrig, denn oft stößt der Anwender auf veraltete Dokumente oder sucht versteckte Hinweise im Wiki, aber immerhin gibt es zu jedem Befehl ausführliche Manpages. Manche Features sind nicht auf dem neuesten Stand der Technik, etwa die Backup-Funktion, die nicht ohne Unterbrechung des VM-Betriebs vonstatten geht.

Allerdings arbeiten die Entwickler immer weiter an der Software, wie die Integration verteilter Dateisysteme wie GlusterFS und Ceph demonstriert. Selber den Code zu verändern, wird durch die Verwendung der wenig verbreiteten Programmiersprache Haskell zumindest erschwert. Im Zusammenspiel mit Synnefo wird aus Ganeti sogar eine Open-Stack-kompatible Cloud.

Link-Codes

[1] Ganeti Releases: http://downloads.ganeti.org/releases/

[2] Synnefo: https://code.google.com/p/ganeti/wiki/ExtStorageProviders/

[3] ExtStorage-Provider: https://code.osuosl.org/projects/ganeti-webmgr/

[4] Ganeti Webmanager: https://www.synnefo.org/docs/synnefo/latest/index.html/

[5] Ganeti Cheat Sheet: https://nsrc.org/workshops/2014/sanog23-virtualization/raw-attachment/wiki/Agenda/ganeti.pdf

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