Immer mehr Firmen zieht es in die Cloud und die Nutzung von Public-, Private- und Hybrid-Clouds gehört längst zum Alltag. Im Juli befasst sich ... (mehr)

Zuverlässigkeit durchschnittlich

Nicht alle Scalr-Funktionen funktionieren im Test perfekt. So ließen sich, wie beschrieben, manchmal Rollen nicht anlegen. Auch ist die Integration der ablaufenden Prozesse und der GUI nicht unbedingt perfekt: Navigiert der Anwender während des Anlegens einer Rolle in einen anderen Bereich der GUI, hat er auf den laufenden Prozess keinen Zugriff mehr. Auch die dazugehörige VM-Instanz befindet sich dann außer Reichweite und muss erst wieder unter den laufenden Servern gesucht und gegebenen- falls beendet werden.

Parallel zum Management der Cloud-Ressourcen im hauseigenen Management-Tool des Cloud-Anbieters Änderungen an der Konfiguration vorzunehmen, sollten Sie vermeiden. Das kann leicht zu Inkonsistenzen führen, wenn Sie beispielsweise die von Scalr verwendeten Snapshots oder Policies löschen – Ausnahmen bestätigen diese Regel, wie der oben beschriebene Workaround beim Anlegen einer neuen Scalr-Rolle zeigt.

 Fazit

Scalr ist ein umfangreiches Software-Paket, das es erlaubt, in einer einzigen Oberfläche verschiedene Public- und Private-Cloud-Installationen zu verwalten. Dabei bietet Scalr eine Zugriffs- und Ressourcenkontrolle, die es ermöglicht, die Nutzung einzelner Ressourcen an Anwender zu delegieren. So könnte man beispielsweise einer Entwicklergruppe erlauben, nach Belieben in der AWS-Cloud virtuelle Maschinen zu starten.

Weitergehende Konfiguration von cloudbasierten Anwendungen unterstützt Scalr durch sein Rollenkonzept und die Integration von Skripten und dem Konfigurationsmanagement-Tool Chef, über die sich gestartete Instanzen konfigurieren und verbinden lassen, etwa Load­balancer, Webserver und Datenbank. Zumindest die von uns getestete Community-Version bietet allerdings nur wenige solcher vorgefertigten Rollen an, sodass das Setup komplexer Cloud-Anwendungen einigen Entwicklungs- und Test-Aufwand erfordert, der wiederum Kosten mit sich bringt, wenn er in einer Public Cloud stattfindet.

Letztlich ist der Nutzen eines grafischen Cross-Cloud-Management-Tools fraglich, denn wahrscheinlich werden sich die meisten Anwender für eine einzige Cloud-Plattform entscheiden. Wegen des unterschiedlichen Funktionsumfangs der Angebote gibt es auch wenige Möglichkeiten für plattformübergreifende Cloud-Anwendungen oder eine Cross-Cloud-Migration. Lediglich in relativ einfachen, standardisierten Setups wie dem erwähnten skalierbaren Webserver unterstützt Scalr die Installation auf mehreren Clouds. Seine Stärken entfaltet Scalr wohl am ehesten in Firmen, die Cloud-Ressourcen an einzelne Teams mit einem fein abgestuften Zugriffskonzept und Budgetierung delegieren möchten.

Link-Codes

[1] Scalr: http://www.scalr.com/

[2] Scalr-Installer auf Github: https://github.com/Scalr/installer-ng

[3] Zwei-Faktor-Authentifizierung mit dem Google Authenticator, IT-Administrator 12/2015: http://www.admin-magazin.de/Das-Heft/2015/12/Zwei-Faktor-Authentifizierung-mit-dem-Google-Authenticator/

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