Strom sparender Computereinsatz hilft nicht zuletzt auch Kosten zu senken. ADMIN 02/2011 geht der Frage nach, was Administratoren tun können, damit ihre ... (mehr)

Schuldfrage

Taucht der X-Server (»Xorg« ) in der Liste auf, muss nicht immer er selbst der Schuldige sein. Für gewöhnlich stellt hier ein anderes Programm ständig Anfragen an den X-Server, der dann seinerseits zwangsweise den Prozessor weckt. Auslöser kann hier schon ein blinkender Cursor in einem Terminal sein. Bei einem störenden Interrupt kommt man dem Übeltäter am schnellsten auf die Spur, indem man nach und nach die von ihm genutzten Kernel-Module entlädt. Nach jeder Aktion kontrolliert man in PowerTOP erneut den Status.

Bevor man einen identifizierten Prozess oder ein Kernel-Modul in der Liste endgültig abschießt, sollte man sich allerdings gut überlegen, ob er wirklich nicht mehr gebraucht wird oder ob es nicht vielleicht schon eine neue Version des Programms gibt, die schonender mit den Ressourcen umgeht.

Weiser Mann

Ganz am unteren Rand gibt PowerTOP noch einen Stromspartipp. Ihn setzt man direkt über die angezeigte Taste rechts unten um. Beispielsweise aktiviert [S] den SATA-Stromsparmodus, [B] knipst der Bluetooth-Schnittstelle das Licht aus, [A] schaltet die HD-Audio Stromsparfunktionen ein, während [K] die wiederholten Abfragen an das CD-Laufwerk unterbindet.

Allerdings sollte man dabei seinen Verstand nicht ab- und einfach alle Vorschläge anschalten. Bildet auf dem Notebook das WLAN den (derzeit) einzigen Weg nach draußen, sollte man es vielleicht doch besser aktiviert lassen, während wiederum auf einem Server das Einschalten des Festplatten-Powermanagements bremsend und somit kontraproduktiv sein kann (Abbildung 2).

Abbildung 2: Auf Desktops und Servern fehlen die Angaben links oben zu den C-States, bei Kabelbetrieb zusätzlich noch die UCC:x00-fake-italicStromverbrauch-Schätzung.

Einige dieser Maßnahmen bleiben dauerhaft aktiv, wie etwa Udev-Regeln, andere nur bis zum nächsten Systemstart. Um Letzteres zu verhindern, nimmt man den vorgeschlagenen Befehl in die Startskripte auf. Für gewöhnlich bietet sich dazu »/etc/rc.local« an. Auf Notebooks ist es eine Überlegung wert, die Befehle in einem Skript zu sammeln und dieses nur bei Bedarf aufzurufen – beispielsweise wenn man von Kabel auf Batteriebetrieb wechselt.

PowerTop läuft kontinuierlich weiter und aktualisiert alle fünf Sekunden seine Anzeigen. Damit ändert sich unter Umständen auch der Tipp am unteren Ende. Per [R] kann man diese Aktualisierung erzwingen, [Q] oder [Strg]+[C] beendet das Werkzeug.

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