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Ein STONITH-Deathmatch verhindern

STONITH per IPMI setzt freilich eine funktionierende Netzwerkverbindung voraus, sodass an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen sei, dass es in einem entsprechend konfigurierten Cluster mindestens zwei voneinander unabhängige Netzwerkverbindungen geben sollte. Es empfiehlt sich aber, eine dieser beiden Verbindungen für STONITH zu nutzen, und nicht etwa eine unter Umständen vorhandene dritte Verbindung. Denn wenn sämtliche Ringe ausgefallen sind, der STONITH-Link aber noch funktioniert, würden die beiden Clusterknoten sich gegenseitig immer und immer wieder abschießen (STONITH-Deathmatch).

Fazit

STONITH ist in Clustern von großer Bedeutung, um im Falle von Problemen Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Das gezeigte Beispiel per IMPI ist der Klassiker und so mit fast jedem Server möglich. Allerdings bietet STONITH per IPMI (oder irgendeiner anderen Methode, die auf einer aufrechten Netzwerkverbindung beruht), keinen Schutz in Szenarien, bei denen sämtliche Kommunikationspfade zwischen den Knoten eines Clusters ausfallen. Hier stehen allerdings noch andere Möglichkeiten zur Verfügung: Erwähnt sei beispielsweise Sbd, das einen Knoten dann zum Neustart bringt, wenn dieser den Zugriff auf sein Storage verliert [1]. Ebenfalls zur Verfügung steht der meatware-Client [2], der im Falle eines Falles alle Cluster-Aktionen anhält und auf Interaktion vom Admin wartet. Eine sehr brauchbare Übersicht über die verschiedenen allgemein verfügbaren STONITH-Mechanismen findet sich auf [3]. (jcb)

Infos

  1. Erläuterungen zu STONITH mit SBD: http://www.linux-ha.org/wiki/SBD_Fencing
  2. Infos zum Meatware-STONITH-Plugin: http://hg.linux-ha.org/glue/file/0a08a469fdc8/doc/stonith/README.meatware
  3. Übersicht über Fencing in Pacemaker: http://www.clusterlabs.org/doc/crm_fencing.html

Der Autor

Martin Gerhard Loschwitz arbeitet als Principal Consultant bei hastexo. Er beschäftigt sich dort intensiv mit Hochverfügbarkeitslösungen und pflegt in seiner Freizeit den Linux-Cluster-Stack für Debian GNU/Linux.

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Ausgabe /2020