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SFTP mit GUI

Baut der Admin eine SSH-Sitzung auf, wenn die Option »Activate the graphical SSH browser when connected« aktiviert ist, steht im Navigationsbereich im Reiter »SFTP« der grafische SSH-Browser zur Verfügung, was der eine oder andere Administrator möglicherweise als komfortable Erleichterung begrüßen wird (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der grafische SFTP-Browser erleichtert das Navigieren beim Remote-Dateitransfer.

Bekanntlich lässt sich mit SSH auch die X11-Bildschirmausgabe eines entfernt gestarteten grafischen Unix-Programms auf ein lokales Display umleiten (X11 Port Forwarding). SSH tunnelt und verschlüsselt dazu die übertragenen Bildinhalte und Eingaben. Voraussetzung auf Serverseite dafür ist, dass in der Datei »/etc/ssh/sshd_config« die Option »X11Forwarding Yes« gesetzt ist. Bei den meisten Linux-Distributionen ist das Default. Außerdem muss in den MobaXterm-Seetings die Option »Enable X11 Forwarding« gesetzt sein. Ist beides der Fall, kann sich der Admin via

ssh -XC Benutzername@Server-Name

am entfernten Server anmelden. Die Option sorgt »-X« dafür, dass SSH beim Verbindungsaufbau sofort die Weiterleitungen von X11-Daten vorbereitet. Die Option »-C« aktiviert das Komprimieren der übertragenden Bildschirminhalte. Nach erfolgreichem Login kann der Admin in MobaXterm unter Windows ein beliebiges grafisches X11-Programm auf dem entfernten Linux-Host starten, dessen Bildschirminhalte ab sofort ins Windows-Fenster umgeleitet werden, etwa Xemacs (Abbildung 5).

Abbildung 5: Mobaxterm holt dank XDMCP ohne Murren auch grafische X11-Programme auf den Windows-Desktop.

Selbstverständlich funktioniert das nur für "echte" X11-Tools. Erfahrene Adminstratoren wissen aber, dass es von der Sorte leistungsfähiger X-Tools auch bei modernen Distribution noch jede Menge gibt. Die Eingabe von »x[Tab]« fördert eine stattliche Anzahl zutage. Darüber hinaus steht dem Admin mit MobaXterm am Windows-Rechner das gesamte Repertoire an SSH-Funktionen zur Verfügung, darunter mit Port-Forwarding auch eine sichere und ad hoc verfügbare VPN-Lösung. Diese und andere nützliche SSH-Tricks beschreibt der ADMIN-Artikel unter [5].

Neben SSH und SSTP erschließt MobaXterm dem Admin unter Windows den komfortablen Zugang zu weiteren Typen von Remote-Sitzungen, wie Telnet, RSH, RDP, VNC, FTP und unterstützt, wie es sich für ein Terminal gehört, auch serielle Verbindungen. Außerdem kann der Admin eine DOS-Shell starten. Zum Konfigurieren und Verwenden der übrigen Remote-Sitzungs-Typen klickt der Admin auf »Server / Xdmcp« und kann dann im Dialog »Session Settings« die verschiedenen Session-Typen einrichten.

Das X Display Manager Control Protocol (XCMCP) stellt eine zentrale Funktionalität der X11-Architektur dar. Das X-Netzwerkprotokoll ermöglicht zusammen mit XDMCP den verteilten Betrieb von X-Server und X Display Manager, wobei der anfragende X-Server auf dem Client läuft, in der Regel einem X-Terminal, dem damit ein Anmeldedienst zur Verfügung gestellt wird. Der in MobaXterm mithilfe von Cygwin portierte X Server unterstützt daher auch XDMCP. Möchte der Admin beispielsweise eine VNC-Sitzung zu einem entfernten VNC-Server starten, genügt es, im Bereich »VNC« die IP-Adresse des entfernten VNC-Servers einzugeben; der Default-VNC-Port ist bereits eingetragen. Die Abbildung zeigt den komfortablen Zugriff via VNC auf eine virtuelle Maschine eines KVM-basierten Hypervisors (Abbildung 6).

Abbildung 6: Mobaxterm ermöglicht auch den schnellen grafischen Zugriff auf eine VNC-Session.

Genauso einfach und schnell gelingt der Zugriff auf einen entfernten Windows-Server via RDP oder der Aufbau einer FTP-Verbindung, etwa zum schnellen Herunterladen eines CD-ISOs von einen anonymen FTP-Server. Jeder Sitzungstyp lässt sich übrigens im Reiter »Sessions« unter einem beliebigen Namen speichern und/oder als Schnellstart-Icon auf dem Windows-Desktop ablegen.

Unix-Tricks

Selbstverständlich erschließt MobaXterm ganz nebenbei auch ein unerschöpfliches Repertoire an Tricks, die auf so bewährten Unix-Tools wie »awk« , »sed« , »grep« und so weiter basieren. Versierten Linux-Admins steht so ihr vertrautes Instrumentarium auch unter Windows zur Verfügung, und Windows-Nutzer finden bisweilen Anwendungsmöglichkeiten, zu denen CMD nicht in der Lage wäre.

Als kleines Beispiel unter Hunderten sei die Unterstützung von Imagemagick genannt, eine extrem leistungsfähige kommandozeilenorientierte Toolsammlung zur Bildbearbeitung, für die es unter Windows kein Pendant gibt. Ein typisches Praxisbeispiel ist das gleichzeitige Skalieren und Beschneiden einer großen Anzahl von Fotos mit unterschiedlichen Ausgangsformaten, etwa für eine Bildergalerie:

cd fotos
mkdir fotos-normiert
for i in .jpg ; do convert $i -resize 600x350 -gravity center crop 480x320+0+0+repage fotos-normiert/$i; done

Kern der Funktionalität von MobaXterm ist die Cygwin-Kompatibilitätsschicht, welche auch Cygwin/X, eine Portierung des X.Org-Servers auf die Cygwin-Umgebung enthält. Die in MobaXterm enthaltene Cygwin/X-Version (1.7.5-1) verwendet allerdings für Cygwin/X noch das X.Org-Release 6.8.99. Cygwin [6] ist eine Tool-Sammlung, die unter Windows das Look-and-Feel einer Linux/Unix-Umgebung zur Verfügung stellt. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die DLL »cygwin1.dll« , die als Kompatibilitäts-Schicht substanzielle Linux-API-Aufrufe zur Verfügung stellt. So ist es mit Cygwin möglich, Programme für Posix-Systeme wie Unix, Linux oder BSD nach Windows zu portieren. Mit Cygwin übersetzte Posix-Programme laufen in der Regel unter allen Windows-Versionen ab NT (Windows 2000, Windows XP, Windows Vista, Windows Server 2003) und seit der Cygwin-Version 1.7 auch unter Windows 7 und Windows Server 2008. Nur sehr alte und einfache Posix-Programme laufen auch unter Windows9x.

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Ausgabe /2018