Debian 7.0 "Wheezy" veröffentlicht

03.05.2013

Das Debian-Team hat eine neue Version der freien Linux-Distribution fertiggestellt. 

Nach etwas mehr als zwei Jahren ist mit der Version 7.0 "Wheezy" wieder ein neues Release der Debian-Distribution erschienen, von der es eine auf Linux und eine auf dem FreeBSD-Kernel basierende Variante gibt. Die Debian-Linux-Distribution verwendet in Version 7.0 den Kernel 3.2 und setzt standardmäßig das Dateisystem Ext4 ein. Für Desktop-Anwender bringt Debian 7.0 zum Beispiel Gnome 3.4, KDE 4.8 und XFCE 4.8 mit. Für Echtzeitanwendungen gibt es eigene Kernel zum Nachinstallieren.

Als ausgesprochenes Ziel für das Release wurde die Multi-Architektur-Fähigkeit von Wheezy realisiert. Dies schließt nicht nur die Funktion von 32-Bit-Anwendungen auf 64-Bit-Systemen, sondern etwa auch das Cross Compilen von Anwendungen für andere Prozessoren ein, zum Beispiel ARM. Dies betrifft allerdings nur Debian-Linux, Debian/kFreeBSD hinkt hier noch hinterher. Knapp verfehlt wurden andere Ziele wie der vollständige IPv6-Support oder die durchgängige Unterstützung von Dateien größer 2 GByte. Dies bedeutet aber tatsächlich nur, dass es noch einige wenige Anwendungen gibt, für die noch offene Bugs existieren. Erreicht werden sollen die Ziele nun im kommenden Debian-Release 8.0 "Jessie".

Auf Serverseite liefert Wheezy die MySQL-Version 5.5.30 mit. Der IMAP- und POP-Server Dovecot wurde von der Version 1.2 auf 2.1 aktualisiert. Dabei ändert sich insbesondere die Aufteilung der Konfigurationsdateien. Wer eine alte Debian-Installation mit Dovecot aktualisiert, sollte also zuerst die Dokumentation lesen und ein Backup der Konfiguration anlegen. Der Apache-Server verbleibt mit Version 2.2 auf dem alten Stand, weil die Entwickler Probleme mit der Integration von Mod-Perl in neuere Apache-Versionen hatten. Allerdings gibt es einige neue Apache-Module: Mod-Security, Mod-QOS und Mod-Slowlog. 

Auch zum Aufbau einer eigenen Cloud-Infrastruktur liefert Debian 7.0 Software mit. Dies sind die Xen Cloud Platform (XCP) und OpenStack. Allerdings hat es nicht die neueste OpenStack-Version "Grizzly", sondern das Essex-Release in das Debian-Repository geschafft.  

Für Programmierer gibt es einige Aktualisierungen der verbreiteten Programmiersprachen und Bibliotheken, beispielsweise Perl 5.14, PHP 5.4, Python 2.7 und und 3.2 und Ruby 1.9. 

Der Installer kann nun Debian auf x86-UEFI-Systemen installieren, beherrscht zur Barrierefreiheit Sprachsynthese und kann festplattenlose Systeme per iSCSI und NBD (Network Block Device) installieren. Auch WPA-Verschlüsselung für WLANs hat er mittlerweile gelernt. 

Die Debian-Distribution namens GNU/kFreeBSD, die einen FreeBSD-Kernel mit dem üblichen Debian-Userland verbindet, basiert nun auf FreeBSD 9. Das bedeutet insbesondere, dass die Version 28 des ZFS-Dateisystems unterstützt ist, die Deduplizierung und Triple-Parity RAID-Z beherrscht. iSCSI-Storage lässt sich mit der Userspace-Implementierung "istgt" anbinden. Die Verschlüsselung ganzer Festplatten ist mit der BSD-Technologie "geli" möglich. Auch die bei BSD verbreitete Sicherheitstechnologie "jails", eine Art verbessertes Chroot, funktioniert mit GNU/kFreeBSD. 

Mehr Informationen sind in der Release-Ankündigung von Debian 7.0 zu finden. 

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