Free RDP unterstützt Microsofts Remote FX

06.06.2011

Als erster Open-Source-RDP-Client unterstützt Free RDP die proprietären Codecs für Multimedia- und Videobeschleunigung, die Microsoft in seiner Remote-FX-Erweiterung seit Server 2008 und Windows 7 einsetzt.

In seiner Mail auf der Free-RDP-Mailingliste präsentierte Entwickler Vic Lee seine Implementierung, die vorher bereits längere Zeit auf der Wunschliste des Projektes gestanden hatte.

Remote FX ist eine Erweiterung für das RDP-Protokoll, die Microsoft seit Windows Server 2008 (SP 2) und Windows 7 (SP 1) nutzt, um Video und Multimedia in Terminalserver-Sitzungen zu beschleunigen. Zwar hatten Thinclient-Hersteller wie Igel bereits Remote-FX-Support in ihre Geräte eingebaut, die Open-Source-Varianten blieben jedoch bisher außen vor.

Norbert Federa von Thinstuff, einer der an Free RDP beteiligten Firmen, beschreibt gegenüber Linux-Magazin Online die Neuerungen: "Im Wesentlichen ist Remote FX "nur" ein Video-Codec und eine Protokollerweiterung für RDP, der Remote Desktop Server kodiert in Echtzeit den Desktopinhalt (beziehungsweise den GPU-Framebuffer) und erzeugt einen RemoteFX-Videostream. Der Thin Client wird so also zum Streaming-Client. Der Vorteil daran ist: Ein Remote-FX-Decoder kann (ähnlich wie bei H264) recht einfach und günstig in Hardware implementiert werden, ein "Remote-FX-only Thinclient" benötigt kaum CPU und läst sich theoretisch extrem günstig produzieren."

Hauptnachteil dieser Strategie ist jedoch, dass dafür der Server sehr viel Rechenleistung für die Codierung der Videostreams benötigt. Federa hält es für wahrscheinlich, dass Hersteller vermutlich noch in diesem Jahr dedizierte Remote-FX-Encoder als PCI-Karten auf den Markt bringen, die die Server-CPU entlasten.

Ein völlig anderes Konzept verfolgt da die WebGL/OpenGL-Fraktion: Deren Anhänger nutzen den Browser als 3D- und Multimediaplattform und lassen so den Client rendern. Der Sourcecode der Remote-FX-Implementierung in Free RDP steht im Git-Repository zum Download bereit.

[Diese Meldung stammt von Linux-Magazin Online]

Ähnliche Artikel

Mehr zum Thema

Industriestandard mit FreeRDP: Hersteller gründen Open Thinclient Alliance

Thin Stuff, Univention, die Lisog, Lizenzspezialist Blackduck sowie die freien Terminalserverprojekte X2go und Free RDP haben sich zur Open Thinclient Allianz zusammengetan und wollen einen neuen Industriestandard für das Thinclient Computing schaffen.

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Ausgabe /2020