Kaspersky-Malware-Report

21.08.2013

Kaspersky Lab veröffentlicht seinen Malware-Report für das zweite Quartal 2013. Für die deutschen Anwender gab es demnach zwischen April und Juni 2013 weniger Bedrohungen, dafür läuft immer mehr Schadsoftware über Deutschland. Weltweit gesehen steigt die Anzahl mobiler Schädlinge stark an. Und die virtuelle Währung Bitcoin rückt ebenfalls immer mehr in den Fokus von Cyberkriminellen.

Auch im zweiten Quartal 2013 waren Surfer durch Angriffe aus dem Internet stark gefährdet. Das Kaspersky Security Network (KSN) meldet für den Zeitraum April bis Juni 2013 weltweit genau 577.159.385 Attacken von Internet-Ressourcen. Damit wurden 35,2 Prozent aller Rechner mindestens einmal während des Surfens angegriffen.
Bedrohungslage für Deutschland
 
Kaspersky Lab betrachtet für seine Analyse auch die Herkunftsländer der Schadprogramme. Und hier gab es im zweiten Quartal für Deutschland, das bislang auf Platz vier der Weltrangliste schädlicher Quellen landete, eine unrühmliche Veränderung. Mit 14,5 Prozent (11,5 im Vorquartal) tauscht Deutschland jetzt mit den Niederlanden den dritten Platz ein. Mit anderen Worten kommt inzwischen jedes siebte gefundene Schadprogramm aus Deutschland. An der Spitze liegen hier weiter die USA (24,4 Prozent) und Russland (20,7 Prozent).
 
Mobile Geräte geraten immer mehr ins Visier von Cyberkriminellen. So musste das KSN zwischen April und Juni 2013 29.695 neue Modifikationen von Schadprogrammen für mobile Geräte verzeichnen. Praktisch alle neuen Schädlinge greifen dabei Android-Geräte an.
Die Experten von Kaspersky Lab zählen nicht die einzelnen modifizierten Apps, sondern die sogenannten Schadcode-Samples, welche in unterschiedlichen Apps zum Einsatz kommen können. Damit warten inzwischen wohl deutlich mehr als 100.000 schädliche Apps auf den Download durch arglose Anwender.
 
Eingeteilt nach Angriffsarten bestehen die im KSN verzeichneten mobilen Schadcode-Samples zu 32,3 Prozent aus Backdoors, zu 27,7 Prozent aus SMS-Trojanern, und zu 23,2 Prozent aus klassischen Trojanern. Spionage-Trojaner kommen auf 4,9 Prozent.
 
Dass Cyberkriminelle mit der Zeit gehen, zeigt auch das Phänomen der sich rasch verbreitenden virtuellen Währung Bitcoin. Sie ist nicht nur Zahlungsmittel im Internet, sondern lässt sich inzwischen auch in reale harte Währungen konvertieren - mit zwar stark schwankenden, in der Tendenz aber steigenden Wechselkursen. Inzwischen ist ein Bitcoin bis zu 130 US-Dollar wert.
 
Die Tatsache, dass sich Bitcoins durch Rechenleistung generieren lassen (Bitcoin-Mining), keiner staatlichen Regulierung oder Kontrolle unterliegen und sich Zahlungsvorgänge in dieser Währung nicht verfolgen lassen, macht sie für Cyberkriminelle extrem attraktiv. So deckte Kaspersky Lab im April 2013 eine Kampagne auf, bei der die beliebte Kommunikations-Software Skype von Cyberkriminellen genutzt wurde, um Bitcoin-Mining zu betreiben. Über Social-Engineering-Tricks wurden Skype-Anwender zur Installation entsprechender Malware veranlasst. Die Kampagne erreichte Klickraten von bis zu 2.000 Stück pro Stunde. Die dann auf den missbrauchten Computern generierten Bitcoins wurden natürlich an den Account der kriminellen Initiatoren gesendet.

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