Linux-Kernel: Kontroverse um GPL-Gerichtsverfahren

05.09.2016

Linus Torvalds und andere Kernel-Entwickler sprechen sich dagegen aus, die GPL per Gerichtsverfahren durchzusetzen. 

Im Vorfeld der LinuxCon-Konferenz ist es zu einer Kontroverse um die gerichtliche Durchsetzung der GPL-Lizenz gekommen. Sie ging von einer Anfrage von Karen Sandler aus, die bei der Software Freedom Conservancy arbeitet. Sie hatte eine Diskussion um die gerichtliche Durchsetzung der GPL-Lizenz angeregt, war aber auf geteiltes Echo gestoßen. Insbesondere Greg Kroah-Hartman, der sich um die Pflege der Langzeit-Kernel kümmert, sprach sich gegen juristische Schritte aus. Besser sei es, auf gerichtliche Auseinandersetzungen zu verzichten und stattdessen mit den Entwicklern zu arbeiten, die langfristig innerhalb ihrer Firmen zu einer Änderung der Kultur beitragen. Linus Torvalds schloss sich dieser Meinung an und legte mit einer seiner üblichen Tiraden gegen Rechtsanwälte nach. 

Andere Kernel-Entwickler wie etwa Harald Welte, der bereits erfolgreich mehrere GPL-Gerichtsfahren durchgefochten hat, vertraten dagegen die Meinung, dass manchmal juristischer Druck notwendig sei, um Firmen überhaupt zur Diskussion zu bewegen. Schließlich könne der Linux-Kernel, wenn man nicht die Beachtung der GPL einfordere, auch gleich zur BSD-Lizenz wechseln, die im Gegensatz zur GNU-Lizenz nicht vorschreibt, dass Änderungen wieder zum Projekt zurückfließen müssen.  

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