Strom sparender Computereinsatz hilft nicht zuletzt auch Kosten zu senken. ADMIN 02/2011 geht der Frage nach, was Administratoren tun können, damit ihre ... (mehr)

Lebensdauer

Die Lebensdauer von SSDs ist durch die Lebensdauer der Speicherzellen begrenzt. Mit fortschreitender Nutzung können vermehrt Blöcke ausfallen. Wobei ein "Ausfall" dabei relativ ist. Je mehr p/e-Zyklen stattfinden, umso länger dauert das Löschen eines Blocks. Überschreitet diese Zeit zum Löschen einen bestimmten Schwellwert, markiert der SSD-Controller diesen Block als "Bad Block" und nutzt stattdessen einen Spare Block aus der Spare Area. Es kommt dabei also zu keinem Datenverlust. Es sinkt nur die Anzahl der Spare-Blöcke. Einzelne Bitfehler können zwar auftreten (raw bit error rate, RBER), werden aber durch ECC-Mechanismen korrigiert. Erst bei zu vielen Bitfehlern greift ECC nicht mehr, und es kommt zu einem unkorrigierbaren Fehler (uncorrectable bit error rate, UBER).

Damit künftig die Lebensdauer von unterschiedlichen SSDs einfach vergleichbar sind, hat die JDEC Solid State Technology Association die beiden Standards JESD218 (SSD Requirements and Endurance Test Method) und JESD219 (SSD Endurance Workloads) verabschiedet. Damit können Hersteller die Lebensdauer ihrer SSDs in TBW (Terabytes written, geschriebene Terabytes) angeben. Einige SSDs geben auch schon jetzt per SMART Auskunft über die verbleibende Lebensdauer (Media Wearout Indicator) [1]. Generell ist die zu erwartende Lebensdauer von SSDs bei normalen Schreibmengen durchaus mit jenen von Festplatten vergleichbar, oft sogar höher, da bei es bei SSDs zu keinen mechanischen Ausfällen (wie etwa Headcrashes bei Festplatten) kommt.

Einsatzgebiete

SSDs eignen sich aufgrund ihrer Eigenschaften für zahlreiche Einsatzgebiete. Die folgende Auflistung ist nach aufsteigenden Investitionskosten gegliedert.

Bereits eine SSD mit geringerer Kapazität zwischen 40 und 80 GByte bringt bei einem Einzelplatz-PC deutliche Produktivitätsvorteile. Bei geringen Investitionskosten dient sie als Installationsmedium für das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme neben einer normalen Festplatte, die Benutzerdaten enthält. Das Hochfahren des Rechners geht damit deutlich schneller. Auch die einzelnen Programme starten rascher, das Arbeiten am PC ist flüssiger.

SSDs mit höheren Kapazitäten ab 160 GByte können die bisherige Festplatte in einem Rechner vollständig ersetzen. Das erhöht zwar die Kosten, beschleunigt aber dafür auch den Zugriff auf die Daten des Benutzers. Weitere Vorteile durch den Wegfall einer herkömmlichen Festplatte sind der Wegfall des Betriebsgeräusches der Festplatte und der deutlich geringere Stromverbrauch. Bei Notebooks lässt sich damit die Akkulaufzeit um 20 bis 30 Minuten erhöhen. Auch im Serverumfeld lassen sich SSDs sinnvoll einsetzen. Vor allem bei Datenbanken mit vielen zufälligen I/O-Zugriffen spielen SSDs ihre Vorteile aus. Eine Spiegelung von SSDs mit einem RAID 1 schützt vor Datenverlust beim Ausfall einer einzelnen SSD. Manche RAID-Controller unterstützen dabei sogar ein RAID 1 bestehend aus einer SSD und einer herkömmlichen Festplatte, wobei der RAID-Controller dabei Lesezugriffe im Normalbetrieb ausschließlich an die SSD schickt.

SSDs können darüber hinaus auch als beschleunigender Lesecache in einem RAID-Verbund mit normalen Festplatten genutzt werden. Adaptec-Controller mit Maxcache-Unterstützung legen häufig gelesene Datenbereiche zusätzlich auf SSD ab [2]. Um diese Daten später erneut zu lesen, wird direkt von den SSD gelesen und nicht von den RAID-Festplatten. Im Gegensatz zum normalen Cache des RAID-Controllers hat dieser SSD-Cache eine deutlich höhere Kapazität und bleibt auch bei einem Reboot erhalten.

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Ausgabe /2019