FreeBSD 9 installieren und testen

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Gegenstück

Die Alternative zu Windows und Mac muss nicht immer Linux sein. Mit dem Open-Source-Betriebssystem FreeBSD 9 gibt es ein weiteres leistungsfähiges und kostenloses Unix-System, das dieser Artikel näher vorstellt.
Security ist ein stets aktuelles Thema in der IT. Deshalb widmet sich das ADMIN-Magazin 04/2012 speziell Sicherheitsaspekten und gibt Antworten auf die Fragen: ... (mehr)

Ursprünglich basierte FreeBSD auf dem 386BSD für PCs, das wiederum Teile des Programmcodes dem BSD Unix der University of California entliehen hatte. Seit mehr als 20 Jahren wird es nun von einer großen Entwicklergemeinde ständig weiterentwickelt und ist eines der größten Open-Source-Projekte.

FreeBSD ist bei vielen Anwendern wegen seiner hohen Sicherheit, der Stabilität und der schnellen Netzwerkanbindung beliebt. FreeBSD war auch eines der ersten Betriebssysteme mit IPv6-Unterstützung. Viele Webserver verwenden FreeBSD, zum Beispiel auch große Anbieter wie Yahoo, Strato, Experts Exchange und Apache. In der Netcraft-Wertung der zuverlässigsten Webhoster belegt FreeBSD drei der ersten fünf Plätze. Viele große Unternehmen setzen intern auf FreeBSD, zum Beispiel Apple, Cisco oder Juniper. Mac OS X baut zu Teilen ebenfalls auf FreeBSD auf.

Das Betriebssystem ist zwar für Server optimiert, lässt sich aber problemlos auch auf dem Desktop installieren. Dazu stehen zum Beispiel Gnome und KDE zur Verfügung. Auf der Webseite [1] steht jeweils die aktuelle FreeBSD-Version als ISO-Datei für 32 Bit und 64 Bit zur Verfügung. Auch ältere Editionen stehen hier zum Download bereit.

FreeBSD unterstützt Netzwerkprotokolle wie 802.1q, VLANs, PPP, L2TP. Auch Technologien wie 10-Gigabit-Ethernet, WLAN, ATM, ISDN, FDDI und UMTS sind mit FreeBSD problemlos möglich. Mit der Virtualisierungstechnologie der Jails erlaubt es FreeBSD, Subsysteme komplett isoliert voneinander zu betreiben und damit die Sicherheit zu steigern.

Durch die starke Spezialisierung auf Netzwerksicherheit und -geschwindigkeit verwenden auch viele Switches und Router FreeBSD als Betriebssystem, auch Geräte von namhaften Herstellern wie Cisco, Juniper oder Netapp. Das OS ist kompatibel zu x86- und AMD64-Systemen, inklusive Opteron, Athlon64 und EM64T, UltraSPARC-, IA-64, PC-98-sowie ARM-Architekturen.

USB 2.0, Bluetooth, PCMCIA, SCSI- und S-ATA-RAID-Controller werden ebenfalls unterstützt. Der Kernel beherrscht Stateful IP-Firewalling, IP Proxy Gateways und verschiedene Verschlüsselungstechnologien. Neben Webserver-Software steht in FreeBSD natürlich die ganze Palette von anderen Internet-Diensten zur Verfügung, etwa Mailserver, FTP-Server, SSH und so weiter. Die Installation erfolgt als Port oder als Paket.

Besserer SSD-Support

Wer eine Vorgängerversion von FreeBSD 9 einsetzt, sollte ein Update in Betracht ziehen. Die neue Version unterstützt nicht nur mehr Hardware, sondern bringt auch die aktuellere Version 28 des von Solaris stammenden Dateisystems ZFS mit. Sie erkennt beispielsweise duplizierte Daten und hilft somit, Storage-Platz zu sparen. Die neue Version unterstützt auch RAID-Systeme mit dreifacher Parität (RAIDz3).

Das Fast File System (FFS) in FreeBSD erhält die Dateisystemerweiterung Softupdates, was Datenverlust bei Plattencrashes verhindern soll. Nun unterstützt das FFS auch den TRIM-Befehl für SSD-Festplatten. Neben dem Alignment, dem optimalen Verhältnis zwischen Startpartition und Flashzellen, spielt TRIM eine Schlüsselrolle bei der Performance von SSDs. Bei SSDs müssen Speicherblöcke komplett gelöscht werden, bevor sie sich neu beschreiben lassen. Die TRIM-Technologie des Betriebssystems teilt der SSD mit, welche Speicherblöcke die Platte löschen darf. Mehr dazu verrät der ADMIN-Artikel [2].

FreeBSD 9.0 unterstützt jetzt das Dateisystem Highly Available Storage (HAST), mit dem sich hochverfügbare Dateisysteme im Netzwerk betreiben lassen [3]. Dazu speichert das Betriebssystem die Daten transparent gleichzeitig auf zwei getrennten Hosts im Netz. Damit entsteht eine Art RAID1-Mirror im lokalen Netz.

Der TCP/IP-Stack unterstützt neue Treiber, zum Beispiel die Chipsätze Atheros AR8121, AR8113 und AR8114. WLAN-Verbindungen sind jetzt sicherer und stabiler, auch IPFilter, OpenSSH und OpenPAM wurden aktualisiert. Bei der Installation des Betriebssystems hat das neue BSDInstall den alten Installer abgelöst. Neu ist jetzt die Option, FreeBSD von einem USB-Stick aus zu installieren.

Live-CD oder Installation

Starten Administratoren einen Rechner mit dem FreeBSD-Installationsdatenträger, lässt sich direkt eine Live-Umgebung starten oder das System installieren (Abbildung 1). Die Installation erfordert keine speziellen Kenntnisse und ist komplett assistentenbasiert.

Abbildung 1: Auswahl beim Starten von FreeBSD.

Beim Starten der Installation können Administratoren die Partitionierung der Festplatten manuell in der Shell mit einem Assistenten durchführen. Der manuelle Weg ist aber nicht ganz einfach und daher fehlerträchtig. Verwenden Sie den Assistenten, müssen Sie die Konfiguration aber nur mit »Finish« abnicken. Grundsätzlich legt der Assistent drei Partitionen an: »freebsd-boot« , den Bootbereich auf der primären Partition des Rechners, »freebsd-ufs« , das UFS-Dateisystem mit den Daten von FreeBSD, und »freebsd-swap« für die Auslagerungsdatei. Weitere Einstellungen sind während der Installation zunächst nicht notwendig. Grundsätzlich ist FreeBSD eher ein sparsames Betriebssystem, das für die Grundausstattung nur knapp 1,1 GByte freien Plattenplatz benötigt. Wer allerdings eine grafische Oberfläche installieren möchte, sollte besser 3 bis 5 GByte einkalkulieren.

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