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Einstiegshürden

Vor der Verwendung von Btrfs gilt es herauszufinden, was die empfohlenen Mindestversionen für den Kernel und die dazugehörigen Administrationsprogramme – die Btrfs-Tools – sind. Eine Orientierung an den Enterprise-Versionen der Kernel von SUSE und Oracle ist erfahrungsgemäß nicht ganz einfach, weil diese maximal einen Ausgangspunkt markieren, der durch mehr oder weniger viele Zusatz-Patches in die gewünschte Form gebracht wird. Sehr hilfreich sind dabei einerseits das Btrfs-Wiki [1] als auch die sehr entgegenkommenden Entwickler im Btrfs-Channel im IRC-Netzwerk Freenode.

Die Btrfs-Entwickler sähen natürlich am liebsten, dass der letzte Releasekandidat des Linux-Kernels getestet wird. Bei genauerem Nachfragen spricht die Entwicklergemeinde aber dem Filesystem ab Kernel Version 3.2 schon sehr hohe Stabilität zu.

Nicht viel übersichtlicher als die Wahl der richtigen Version eines Distributionskernels ist die Wahl der Version der zugehörigen Administrations-Programme. Sie ist seit mehr als zwei Jahren bei 0.19 eingefroren. Es existieren verschiedenste Zwischenversionen mit mehr oder weniger viel Funktionsumfang. Was als letzte Rettung bleibt, ist die Orientierung am Datum im Paketnamen oder der Paketbeschreibung. Dieses Datum sollte zumindest dem 28. März 2012 entsprechen, dem Tag, an dem Chris Mason in seinem offiziellem Git-Repository [2] auf »kernel.org« die aktuelle Version getagt hat. An dieser Version fällt der verheißungsvolle Git-Tag »dangerdonteveruse« auf, was wohl auf die Qualität des darin enthaltenen »btrfsck« -Programms zur Überprüfung und Reparatur von Btrfs-Dateisystemen hinweisen soll. Das Fehlen einer zuverlässigen Möglichkeit ein korruptes Btrfs, mit stark beschädigten Metadaten wieder herzustellen, war bis jetzt ein Grund für viele Linux-Distributionen (allen voran Fedora), mit der Umstellung des Standard-Filesystems auf Btrfs zu warten.

Praktischerweise erschien Ende April die nächste Long-Term-Support-Version 12.04 von Ubuntu, basierend auf der Kernel-Version 3.2. Unverständlicherweise enthält Ubuntu 12.04 LTS allerdings (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels) eine Version des »btrfs-tools« -Paketes die mittlerweile annähernd zwei Jahre alt ist (siehe Launchpad Bug #894456 [3]). Der nahen Verwandtschaft von Ubuntu zu Debian sei Dank kann man sich des aktuellen Paketes in Debian Sid bedienen [4], das dort in der Version »0.19+20120328« zur Verfügung steht. Derart gerüstet geht es los mit einer frischen Ubuntu 12.04 LTS Server Standard-Installation als Testsystem, erweitert um die »btrfs-tools« aus Debian Sid.

Buttern für Einsteiger

Das Anlegen eines Btrfs-Dateisystems erfordert erwartungsgemäß nicht viel mehr als unbenutzten Platz auf einer Festplatte und das entsprechende Werkzeug »mkfs.Btrfs« . Um später auch das integrierte Volume-Management von Btrfs zu testen, stehen dieser virtuellen Ubuntu-Instanz noch vier Extra-Devices mit jeweils 32 GiB zur Verfügung (siehe Abbildung 1). Ein Filesystem mit dem Label »TEST« wird durch das Kommando »mkfs.btrfs -L TEST /dev/vdb« erzeugt.

Abbildung 1: Ein Blick ins Proc-Filesystem offenbart: Die vier unpartitionierten Devices /dev/vdb bis /dev/vde stehen exklusiv für Btrfs zur Verfügung.

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