KVM etabliert sich als Standardlösung zur Virtualisierung unter Linux. Der ADMIN-Schwerpunkt hilft beim Bau virtueller Linux-Maschinen, stellt das ... (mehr)

Zurück in die Zukunft

Stellt sich nun heraus, dass das letzte Update mehr Schaden als Nutzen gebracht hat, ist jetzt ein Rollback möglich. Dazu ist die Datei »/etc/fstab« dahingehend zu ändern, dass anstatt »subvol=@« der gewünschte Snapshot (hier @apt-snapshot-2012-07-23_08:52:34) verwendet wird. Ein »grub-update« und ein Reboot später ist das System wieder auf dem Stand des Snapshots und bietet erneut die Paket-Updates an (siehe Abbildung 15).

Abbildung 15: /proc/self/mountinfo bestätigt, dass nun der Snapshot eingehängt ist. Ein Update aller Pakete zeigt wieder 62 mögliche Updates an.

Ganz unkompliziert ist es außerdem möglich, das obsolete alte Root-Volume (namens »@« ) zu löschen und stattdessen das gerade in Verwendung befindliche Snapshot-Volume umzubenennen. Hierzu muss nur das Top-Level Volume eingehängt werden, denn dort finden sich alle Subvolumes als in Gestalt von Ordnern wieder. Mit der Subvolume-ID » « hat man dabei immer Zugriff auf das Top-Level Volume. Das Löschen eines unbenutzten Subvolumes und das anschließende Umbenennen eines Subvolumes funktionieren ohne Weiteres auch im laufenden Betrieb (siehe dazu Abbildung 16):

Abbildung 16: Nach dem Einhängen des Top-Level Volume kann das alte Root Subvolume gelöscht und das Snapshot Volume umbenannt werden. Alles im Live-Betrieb.
mount -o subvolid=0 /dev/dm-0 /mnt && cd /mnt
btrfs sub delete @
mv @apt-snapshot-2012-07-23_08\:52\:34/ @
cd && umount /mnt

Jetzt noch den Eintrag des einzuhängenden Subvolumes »subvol=@« in »/etc/fstab« kontrollieren und ein »update-grub« durchführen. Damit ist das Rollback nach einem System-Update abgeschlossen.

Fazit

Btrfs bietet schon jetzt eine erstaunliche Menge an praktische Funktionen an, die den Betrieb von Rechnersystemen deutlich vereinfachen können. Sowohl Suse als auch Oracle sehen auch genau dadurch den Einsatz von Btrfs gerechtfertigt, obwohl die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.

Es hat sich bei den Recherchen zu diesem Artikel gezeigt, dass es noch viele rauhe Ecken und Kanten an Btrfs gibt, die einen reibungslosen Gebrauch von Btrfs in eine noch in die Ferne rücken lassen. Speziell bei einem Dateisystem, dem man seine wertvollen Daten anvertraut, erwartet man sich eine stabile und unkomplizierte Grundfunktion, gepaart mit einfachen und übersichtlichen Administrationswerkzeugen.

Btrfs ist auf einem guten Weg, zum Default-Filesystem für Linux zu werden, aber es werden noch einige Kernel-Releases ins Land gehen, bis es sich eine Reputation wie ein Ext3 in Sachen Stabilität und Zuverlässigkeit erarbeitet hat. Ohne Zweifel ist es Btrfs wert, als zukünftiges Enterprise-Dateisystem im Auge behalten zu werden. Seine Hauptmerkmale lassen sich trotz allem bereits jetzt aussagekräftig testen. Wer plant, Btrfs schon heute produktiv einzusetzen, der sollte einen lückenlosen Backup-Plan für den Notfall zur Hand haben. Aber wer hat das nicht – egal, auf welchem Filesystem?

Der Autor

Andreas Kurz ist als CTO und Principal Consultant bei hastexo tätig. Hochverfügbare und skalierbare Speicherlösungen sind seine Passion. In seiner Freizeit kümmert er sich um seine zwei kleinen Söhne.

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