Editorial

König Flash

Speicher muss nicht nur laufend größer werden, sondern auch schneller. In Zeiten von Virtualisierung und immer leistungsfähigeren Rechnern, die zeitnah auf ... (mehr)

Liebe Leser,

schon lange Jahre heißt es in der IT "tape is dead". Immer öfter ist nun auch das Mantra "disk is dead" zu vernehmen, mit dem fortschrittsgläubige Gesellen (und natürlich die Hersteller von Flash-Speicher) das Ende der rotierenden Magnetscheiben einläuten wollen. Sicher, es wird noch etwas dauern, bis die HDD komplett aus den Rechenzentren fliegt. Denn noch müssen nicht alle Daten auf ultraschnellem Speicher mit minimalen Latenzen liegen, vor allem wenn Flash-Medien immer noch deutlich mehr kosten als drehende Platten. Je mehr sich die Preise von NAND-Chips jedoch nach unten bewegen, umso attraktiver gestaltet sich deren Einsatz. Dazu kommt, dass Flash-Speicher, egal ob als SSD oder Einsteckkarte, sich immer zuverlässiger und langlebiger zeigt. Die Flash-Anbieter werfen also eine durchaus berechtigte Frage auf: Warum noch auf magnetische Festplatten oder einen Hybrid-Betrieb setzen, wenn der Preisunterschied gar nicht mehr so extrem ist?

Wer sich die Testrubrik in dieser Ausgabe zu Gemüte führt, könnte dem auf den ersten Blick vielleicht zustimmen. So etwa bietet American Megatrends mit dem StorTrends 3600i (Test ab Seite 14) einen Flash only-Speicher an, der ab rund 26.000 US-Dollar zu haben ist und bis zu 64 TByte vorhalten soll. Bei genauerem Hinsehen wird allerdings schnell klar, dass es sich dabei nicht um die Netto-Kapazität handelt. Vielmehr lässt sich dieses Speichervolumen nur durch eine ausgeklügelte Komprimierung und Deduplizierung erreichen – in unserem Testgerät waren physisch nicht einmal 3 (!) TByte verbaut. Die erlauben dann aber wie erwartet rasante Zugriffsgeschwindigkeiten. Wie immer gilt also: Unter die Haube schauen!

Zumal SSD nicht gleich SSD ist, wie unser Einkaufsführer ab Seite 24 zeigt. Natürlich können Sie in Ihre Server auch günstige Consumer-SSDs stopfen, was bei einer höheren Schreiblast aber zu unguten Ergebnissen, sprich einer geringen Lebensdauer der NAND-Elemente führt. Was außerdem bei dem Einsatz von Flash-Speicher unter Windows und Linux zu beachten ist, verraten unsere Workshops auf den Seiten 68 und 83. Und was nach Flash kommen könnte, lesen Sie im Fachartikel auf Seite 100. Und wenn Sie jetzt von dem ganzen Storage-Kauderwelsch total geflasht sind, dann lesen Sie doch einfach unsere Beiträge zu den Neuerungen in Windows 10 ab Seite 30. Oder Sie gehen einfach mal in den hintersten Winkel Ihres Rechenzentrums und gucken nach, ob da noch irgendwo eine Tape Library steht.

Einen schönen August wünscht

Lars Nitsch, Redakteur

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