Das Ende des Privacy Shield

Unterbrochener Datenfluss

Die Datenübermittlung in die USA stößt bei Datenschützern schon lange auf Kritik. Zu umfangreich scheinen die Zugriffsmöglichkeiten von US-Behörden auf die Daten europäischer Nutzer. Dabei reicht der lange Arm der Behörden bis nach Europa, denn auch Töchter US-amerikanischer Firmen müssen hier gespeicherte Daten rausrücken. Im Sommer hob der Europäische Gerichtshof nun den "Privacy Shield" und damit die wesentliche Rechtsgrundlage für den Datenfluss nach Übersee auf. In diesem Beitrag beleuchten wir die Konsequenzen für Firmen.
Angesichts der zunehmend genutzten verteilten Infrastrukturen verkompliziert sich der reibungslose Betrieb von Applikationen. Im Dezember befasst sich ... (mehr)

Der Datenschutz beschäftigt Juristen in Deutschland seit spätestens Anfang der 1980er-Jahre und seinen Durchbruch hatte der Datenschutz mit dem berühmten Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts 1983. Die Europäische Union erließ im Jahr 1995 dann eine Datenschutzrichtlinie, die in Deutschland durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG, heute als BDSG alter Fassung bezeichnet) umgesetzt wurde. Eines der Prinzipien des BDSG war, dass der Datentransfer in andere EU-Länder grundsätzlich erlaubt war bei Beachtung der übrigen Datenschutzbestimmungen, während Datentransfer in Nicht-EU-Länder – sogenannte Drittländer – grundsätzlich verboten war.

Der Datentransfer in Drittländer war nur ausnahmsweise erlaubt, wenn die Europäische Kommission dem jeweiligen Drittland ein "angemessenes Schutzniveau" attestierte. Ein solcher Beschluss der Kommission heißt "Angemessenheitsbeschluss" und macht aus dem Drittland ein sogenanntes "sicheres Drittland". Die USA gelten seit Juli 2007 als ein solches. Dieser Angemessenheitsbeschluss heißt "Safe Harbor" oder auch "Safe Harbor Abkommen". Rechtstechnisch handelt es sich jedoch nicht um ein Abkommen. Das Wort kommt daher, dass der Angemessenheitsbeschluss mit der Regierung der Vereinigten Staaten abgestimmt war und Zusicherungen der USA erfolgten, um den Angemessenheitsbeschluss herbeizuführen.

Aus für Safe Harbor und Privacy Shield

Die Enthüllungen von Edward Snowden führten dazu, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) den Safe-Harbor-Beschluss mit Urteil aus dem Jahr 2015 aufhob. Erstritten hatte das Urteil der Österreicher Max Schrems gegen die Datenschutzbehörde in Irland in Bezug auf Datentransfer von Facebook in die USA. Das Safe-Harbor-Urteil führte dazu, dass die europäische Wirtschaft von einem Tag auf den anderen keine Daten mehr in die USA transferieren durfte. Die

...

Der komplette Artikel ist nur für Abonnenten des ADMIN Archiv-Abos verfügbar.

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Ausgabe /2021