ADMIN-Tipp: Beobachtungsstation

Jede Woche erscheint in unserem Newsletter ein neuer ADMIN-Tipp. Eine Sammlung aller Tipps finden Sie im Archiv der ADMIN-Tipps.

Wer sar nützlich findet, um Performancedaten zu sammeln und aufzubereiten, für den lohnt sich ganz bestimmt ein Blick auf PCP.

Im ADMIN-Magazin (02/14) haben wir kürzlich sar als Tool für alle Arten von Performancestatistiken vorgestellt. Es sammelt und protokolliert ein breites Spektrum an Messwerten, gibt sie auf der Kommandozeile aus und kann sie mit  Hilfe zusätzlicher Software auch in Grafiken verwandeln. Doch sar ist nicht  alternativlos. Ein weiteres Tool geht sogar noch ein Stück darüber hinaus: Der Performance Co-Pilot PCP.

Während sar aus dem Solaris-Universum stammt, kommt PCP ursprünglich aus der  SGI-Welt. Inzwischen ist es aber auch für Linux, MacOS, Solaris, AIX, IRIX  und sogar Windows verfügbar. Seine Architektur orientiert sich am  Client/Server-Modell: Es gibt einersreits dezentrale Kollektoren,  die vor Ort Performancedaten aus verschiedenen Quellen einsammeln - die Performance Metrics Domain Agents (PMDAs). Jede Quelle gehört zu einer so  genannten Domäne, innerhalb derer sich alle Datenlieferanten dieselben Zugriffsmethoden und Semantiken teilen. Domänen können etwa der  Linux Kernel, eine Datenbank, ein Service oder eine Applikation sein. Alle Agents beliefern einen oder mehrere Performance Metrics Collector Daemons  (pmcd).

Den Quellen stehen andererseits Monitore gegenüber, die die gesammelten Daten mit Zeitmarken versehen ausgeben. Die Daemons und Monitore lassen sich  bei  Bedarf beliebig auf verschiedene Rechner verteilen - das erlaubt das Remote Monitoring und die Skalierung. Die mitgelieferten Agents stellen unter Linux schon fast Tausend verschiedene Messwerte bereit, der Anwender kann aber auch eigene Agents programmieren.  Was genau für Messwerte abfragbar sind, verrät das Kommando pminfo, das die Namen aller Metriken listet. Die Werte für eine oder mehrere einzelne Metriken liefern pmval oder pmdumptext (per Default im Sekundenabstand). Dabei können beliebige Metriken in einer Ausgabetabelle kombiniert werden. Schließlich erzeugt pmstat einen groben System-Überblick.

 

Alle Messwerte sind nicht nur ad hoc abfragbar, sondern können für eine  nachträgliche Analyse in Logs gespeichert werden. Installiert man das optionale  GUI-Package von PCP, lassen sich die Messwerte aus den Logs oder aus dem  Live-Betrieb auch zu Charts verarbeiten. Eine ganze Anzahl fertig konfigurierter Charts gehören zum Lieferumgfang, eigene sind leicht zu erstellen. Dabei lassen sich  verschiedene Charts so synchronisieren, dass sie dieselbe Zeitachse verwenden.

 

Kurz: Mit einer ähnlichen Intention wie sar geht PCP in Sachen Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit, beim Remote Monitoring und auch beim grafischen Aufbereiten der Messdaten noch einen Schritt weiter. Außerdem unterstützt es mehr Plattformen.

14.01.2014

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Google+

Ausgabe /2019