Netzwerküberwachung für Windows

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Vermessen

Dieser Artikel stellt zwei Windows-Werkzeuge zur Netzwerküberwachung näher vor, die für Administratoren kleiner wie auch großer Umgebungen interessant sind.
Strom sparender Computereinsatz hilft nicht zuletzt auch Kosten zu senken. ADMIN 02/2011 geht der Frage nach, was Administratoren tun können, damit ihre ... (mehr)

Eine Herausforderung für jeden Administrator ist die permanente Verfügbarkeit von Servern und der von ihm bereitgestellten Dienste. Daher spielen die Überwachung von Netzwerken und die dafür eingesetzten Werkzeuge eine wichtige Rolle, um im Notfall schnell auf Ausfälle reagieren zu können.

PRTG

Der PRTG Network Monitor des Nürnberger Unternehmens Paessler kann sämtliche Server-Dienste, egal ob auf Windows oder Linux, und auch Netzwerkgeräte auf ihre Verfügbarkeit und die Bandbreitennutzung des Netzwerkverkehrs hin überwachen. PRTG ermöglicht die Überwachung per Windows Management Instrumentation (WMI), dem Simple-Network-Management-Protokoll (SNMP) sowie bei kompatiblen Routern (zum Beispiel Cisco) per Netflow beziehungsweise sFlow. In der aktuellen Version von PRTG müssen Netflow-Sensoren nicht mehr separat lizenziert werden, sondern zählen wie jede WMI- oder SNMP-Abfrage als eine Sensorlizenz. [1], [2].

Jedes zu überwachende Gerät kann unterschiedliche Daten wie beispielsweise Prozessorauslastung, ein- und ausgehenden Netzwerkverkehr oder auch Produktspezifisches wie die Anzahl der aktuellen Verbindungen auf einem Microsoft Internet Information Server (IIS) liefern. PRTG fügt dabei sämtliche auf dem Gerät verfügbaren Sensoren selbstständig über die automatische Ermittlung hinzu. Dafür müssen Administratoren bei Windows-Systemen lediglich Benutzername und Passwort sowie bei Linux-Systemen und Netzwerkgeräten die SNMP-Authentifizierung angeben. Die Konfiguration der Authentifizierung kann global wie auch pro Gerät geschehen. Durch die Integration von Packet Sniffing ist PRTG in der Lage, nicht nur Sensoren zu überwachen, sondern es kann auch analysieren, welche Anwendung oder IP-Adresse einen hohen Netzwerkverkehr im Unternehmen verursacht. Möglich ist die Ermittlung der Informationen über die Netzwerkkarte des Monitoring-Servers oder über den Monitoring-Port eines Switches.

Auch an Virtualisierung haben die PRTG-Entwickler gedacht. So können Administratoren VMware, Xen sowie Hyper-V-Hosts und natürlich deren gehostete virtuelle Maschinen genau wie ein physisches Serversystem auf Verfügbarkeit und Fehler hin überwachen. Beim Monitoring von Amazon-EC2-Instanzen hilft das enthaltene Amazon Cloudwatch, das die Leistung der angemieteten Instanz im Blick behält.

Den gesamten Funktionsumfang stellt der PRTG Network Monitor über eine Weboberfläche (Abbildung 1) bereit und bietet zusätzlich über eine Windows-Anwendung (Abbildung 2) einen schnellen Überblick über sämtliche Sensoren. Benachrichtigungsfunktionen bei Warnungen und Fehlern erhält der Administrator auf Wunsch direkt auf dem Desktop beziehungsweise im Webbrowser.

Abbildung 1: Die Weboberfläche von PRTG mit vollem Funktionsumfang der Netzwerküberwachung.
Abbildung 2: Die Windows-Anwendung von PRTG präsentiert alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

Bei den Benachrichtigungen bietet PRTG mehrere Möglichkeiten, den Administrator über Warnungen und Ausfälle zu informieren. Neben Mitteilungen per E-Mail lassen sich auch Kurzmitteilungen (SMS) sowie Meldungen zu ICQ und Windows Live Messenger verschicken. Darüber hinaus verschickt PRTG auch Syslog-Nachrichten und SNMP-Traps oder führt HTTP-Aktionen und Programme aus, sobald eine Warnung oder ein Fehler auftritt.

Viele Netzwerküberwachungslösungen nutzen Microsofts SQL Server als Backend für die Speicherung historischer Daten, PRTG dagegen verwendet eine selbst entwickelte Datenbank. Dies hat den Vorteil, dass gespeicherte Daten erheblich schneller abrufbar sind, da sämtliche Informationen chronologisch abgelegt sind und nur noch in der gespeicherten Reihenfolge ausgegeben werden müssen.

Die meisten Überwachungslösungen erlauben es, SNMP-Bibliotheken hinzuzufügen. So ist dies auch bei PRTG mit dem kostenlosen Tool MIB Importer (Abbildung 3) möglich, um Indikatoren von Netzwerkgeräten einzubinden, die standardmäßig nicht unterstützt sind. Auf diesem Weg können Sie beispielsweise den APC Environmental Manager einbinden und Informationen zur aktuellen Temperatur und Luftfeuchtigkeit von Serverschränken beziehungsweise Räumen in PRTG anzeigen lassen.

Abbildung 3: Neue SNMP-Bibliotheken lassen sich über den MIB Importer zu PRTG hinzufügen.

Die Erstellung von automatischen Netzwerkkarten (Maps), wie man es von Lösungen wie Whatsup Gold kennt, ist in PRTG nicht enthalten, hier muss der Administrator manuell tätig werden. Für diesen Zweck bietet der Map-Bereich in PRTG jede Menge Möglichkeiten, eigene Karten mit einer Vielzahl an Icons zu erstellen. Durch die Integration von Google Maps können Landes- und Weltkarten mit verschiedenen Unternehmens- beziehungsweise Serverstandorten als Map dargestellt werden. Den Standort zur Anzeige in Google Maps darf der Admin pro Gerät angeben. Dadurch erhält er nicht nur die Integration von Google Maps in eine Map, sondern auch eine grafische Ansicht im rechten Bereich der Geräteübersicht in der Weboberfläche (siehe Abbildung 1) sowie beim Aufruf einzelner Geräte.

Auch die Berichterstellung kommt bei PRTG nicht zu kurz. Berichte kann es als HTML- oder PDF-Datei auf Knopfdruck oder auch zu einem geplanten Zeitpunkt erstellen. Alternativ zur Speicherung der Berichte in einem Verzeichnis kann es diese auch bequem als E-Mail zustellen. Das Lizenzmodell von PRTG Network Monitor 8 ist sehr einfach strukturiert und abhängig von der Anzahl der benötigten Sensoren. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein zu überwachendes System einen oder mehrere Sensoren enthält. Die Anzahl der Zugriffe per Web- und Windows-Anwendung ist im Gegensatz zu vielen anderen Lösungen ebenfalls nicht reglementiert.

Überwachung per iPhone

Paessler bietet mit iPRTG eine eigene, kostenpflichtige iPhone App (siehe Abbildung 4) für den PRTG Network Monitor, die den Zustand des Netzwerks und der Systeme auch unterwegs auf Apples Smartphone per WLAN oder mobilen Datenverbindung anzeigen kann. So hat der Administrator auch unterwegs sämtliche Informationen zu Geräten, Sensoren, Alarmen und Karten immer dabei. Bislang sind Push-Benachrichtigungen auf das iPhone als Alternative zu einer SMS nicht möglich. Alternativ zur iPhone App ist über die Mini-HTML-Weboberfläche der Zugriff von jeglicher Smartphone Plattform möglich.

Abbildung 4: Kontrolle über das Netzwerk mit der iPhone App iPRTG.

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