Citrix Provisioning Services im Überblick

© © Rainer Sturm, pixelio.de

Zentralverwaltung

Wer etwa in einer Serverfarm viele gleiche Rechner betreut, möchte bei einem Security-Update nicht jeden einzeln mit demselben Patch versorgen. Die Citrix Provisioning Services (CPS) bieten dem Administrator eine bequeme Alternative zur Handarbeit.
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Der Kerngedanke der Provisioning Services ist das Streaming eines einzelnen Diskimages zu einer ganzen Gruppe von Servern. Damit erschließt sich unmittelbar der erste Vorteil: Das Image kann zentral upgedatet oder gepatcht werden und alle Server, die es erhalten, profitieren davon – ohne dass der Admin individuell auf sie eingehen müsste. Der zweite große Vorteil liegt darin, dass dieses Image vollständig bestimmt, welche Rolle der Server ausfüllt, der es empfängt. Gibt man ihm ein Webserver-Image wird er ein Webserver, leitet man ihm ein Datenbankserver-Image zu, bekommt man einen weiteren Datenbankserver und so weiter.

Auch standardisierte Desktops lassen sich auf diesem Weg verteilen. So wird ein dynamisches Loadbalancing möglich, bei dem jeder Server einer Farm durch einen einfachen Reboot seinen kompletten Anwendungsstack auszutauschen vermag. Da die Hardware so nicht mehr starr an eine bestimmte Funktion gekoppelt ist, die sie alleine ausführen kann, kommt man mit weniger Maschinen aus.

Lokale Platten verwenden die so mit Software versorgten Server höchstens für das Caching. Ein Nebeneffekt dieser Philosophie ist, dass sich jede Maschine augenblicklich in einen definierten, sicheren Zustand zurückversetzen lässt, indem sie ihr Image neu lädt.

Funktionsüberblick

Ausgangspunkt bei der Etablierung eines solchen Streaming-Service ist ein Snapshot einer Musterinstallation mit Betriebssystem und Anwendungsstack (Golden Master). Dieser Snapshot wird auf einer virtuellen Platte abgelegt, die Citrix vDisk nennt. Die vDisks können sich in einem Provisioningserver, einem Fileserver oder in einem Speichernetz befinden (iSCSI, SAN, NAS, CIFS).

Die Rechner, die ein solches Image empfangen und verwenden, heißen in der Terminologie der Streaming Services Target Devices. Sie werden so konfiguriert, dass sie via Netzwerk booten und dabei mit einem Provisioning Server kommunizieren. Von ihm laden sie ein Bootfile, das angibt, wo die für sie vorgesehene vDisk zu finden ist, die sie für den weiteren Bootprozess mounten. Auf diese vDisk greift das Target Device dann wie auf eine lokale Platte zu und lädt von dort die benötigten Daten, sobald sie gebraucht werden. Dieses Verfahren kostet wesentlich weniger Netzwerkbandbreite als wenn das Image zuerst komplett übertragen würde.

Wenn man die HA-Funktion nutzen möchte, was sich größeren Umgebungen auf jeden Fall empfiehlt, sollte man die VHD-Datei der vDisk am einfachsten innerhalb eines Shared Storage ablegen, sodass alle beteiligten Provisioning Server darauf zugreifen können. Alternativ ist es auch möglich, dieselbe VHD-Datei auf mehreren Provisioning Servern lokal abzulegen. Dies bietet den Vorteil der größtmöglichen Ausfallsicherheit und der besten Performance, hat jedoch den Nachteil, dass der Admin die vDisk-Datei bei jeder Änderung auf alle anderen Server kopieren muss, damit die Dateien konsistent bleiben.

Der Provisioning Server kann auf Windows 2003 SP2 oder Windows 2008 installiert werden – sowohl in 32 als auch 64 Bit. Das Target Device kann mit allen Client- und Server-Betriebssystemen von Microsoft (ab XP und Server 2003) sowie einigen Linux-Distributionen arbeiten.

Hierarchien

Die einzelnen Komponenten des Streaming Service sind hierarchisch organisiert. Auf der untersten Ebene finden sich die beschriebenen Target Devices. Sie lassen sich zu Device Collections zusammenfassen, die typischerweise von einem Admin betreut werden und sich in der Regel an einem Standort oder in einem Subnetz befinden. Jedes Target Device kann nur zu einer Collection gehören. Eine Ebene darüber kommt der Provisioning Server hinzu. Die von einem Provisioning Server bedienten Device Collections bilden zusammen eine Site. Zu ihr können ferner auch Printserver gehören oder Shared Storage und auch Gruppen von Benutzern können Sites zugeordnet sein. Mehrere Sites bilden eine Farm als Organisationseinheit der höchsten Stufe. Alle Sites einer Farm teilen sich eine Microsoft SQL-Datenbank und einen Citrix Lizenzserver. Auch Hochverfügbarkeitsoptionen, sind auf der Farm-Ebene angesiedelt. Sollte im Unternehmen eine Xen-App- oder XenDesktop-Farm existieren, lassen sich deren SQL- und Lizenzserver mit nutzen.

Abbildung 1: Das Architekturschema der Citrix Provisioning Services.
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