Notizen von der vierten Open Source Monitoring Conference (OSMC)

Monitoring à la mode

Die OSMC ist mittlerweile ein fixer Termin im Kalender vieler Admins, die sich mit Überwachung von Soft- und Hardware auseinandersetzen. Auch in diesem Jahr führte die vom Nürnberger IT-Dienstleister Netways GmbH ausgerichtete Veranstaltung wieder viele Experten nach Franken.
Wer sein System permanent überwacht, hat den Grundstein dafür gelegt Engpässe zu vermeiden und Fehler frühzeitig zu erkennen. Neben dem Platzhirsch Nagios ... (mehr)

Gute Ideen setzen sich durch. Das konnte man nicht zuletzt während der vierten Ausgabe der bewährten Nürnberger Monitoring-Konferenz bestätigt finden: Verteiltes Monitoring, Geschäftsprozessüberwachung, moderne Benutzeroberflächen – das sind nur einige der Trends, die sich nach und nach in jeder der verschiedenen Überwachungslösungen durchsetzen und deshalb in vielen Referaten auftauchten.

Geteilte Last ist halbe Last

Beispiel Lastverteilung: Eine einzelne Instanz für das Starten der Checks und die Verarbeitung der Rückgaben funktioniert in kleinen und mittleren Umgebungen tadellos. Muss man aber sehr viele Hosts überwachen – das haben viele schmerzlich mit dem klassischen Nagios gelernt – gelangt man mit dieser Architektur an eine Grenze. Moderne Entwicklungen wie etwa Shinken setzen deshalb von vornherein auf Lastverteilung: Jede der grundlegenden Aufgaben wie das Auslösen der Checks, das Abarbeiten von Plugins, die Benutzerbenachrichtigung und das Event-Handling oder die Rückgabeverarbeitung können hier auf jeweils beliebig viele Instanzen verteilt werden. Damit bewältigt Shinken in Benchmarks viermal so viele Checks wie der originale Nagios Core.

OpenNMS konnte Ähnliches schon immer. Zumindest für das Scheduling von Checks rüstet mod_gearman das im klassischen Nagios nach, und auch Icinga hat ein solches Konzept zumindest in der Schublade. Dort soll Zero-MQ das künftige Fundament verteilter Verarbeitung bilden (Abbildung 1).

Abbildung 1: Olivier Jan während seines Vortrags "Monitoring solutions for the next decade" auf der OSMC.

Beispiel Geschäftsprozessüberwachung. Den Boss interessiert die Nummer des streikenden Routerports nicht, wohl aber welche Konsequenzen der Ausfall für Kunden und Mitarbeiter hat. Schon vor Jahren kam man darauf, das Nagios alleine mit seiner technisch orientierten Darstellung dem ungenügend gerecht wird. Seitdem blühen die Business Process Plugins. Allen voran das Business Process AddOn von Bernd Strößenreuther für Nagios, das jetzt mit seiner Hilfe noch tiefer in Incinga integriert werden soll. Aber auch Shinken verfügt seit Jahresanfang über ein ähnliches Regelwerk. Nun wartet auch Check_MK mit einer eigenen Implementation auf. Die großen kommerziellen Suiten konnten das eh schon länger.

Beispiel moderne GUI. Hier geht es längst nicht mehr nur um ein paar Kurven für Messwerte-Zeitreihen. Dashboards mit frei anordenbaren Widgets sind state of the art. Icinga hat hier viele neue Ideen zu bieten, aber auch die Mitbewerber schlafen nicht: Ableger wie Centreon, Opsview oder OP5 hatten sich schon länger vom klassischen Nagios-Look&Feel gelöst, aber auch Check_MK fällt einem hier wieder ein.

Gut ins Bild gesetzt

Einen so umfassenden projektübergreifenden Überblick wie auf der OSMC erhält man anders nicht so leicht. Und die perfekte Organisation, das freundliche Tagungshotel oder der gemeinsame Abend in einer anregenden Location versüßen einem den Aufenthalt in Nürnberg zusätzlich.

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