König Midas auf dem Kopf

Mit Hardware-Beschleunigung und schnellem Netz hilft Desktop-Virtualisierung, Administrationsaufwand und Kosten sparen, ADMIN 04/2013 verrät, wie die ... (mehr)

 

mailto:leserbriefe@admin-magazin.de

Lieber Leserinnen und Leser,

neulich landete eine Werbemail in meinem Postfach, die behauptete, seit zehn Jahren gingen die Benutzerzahlen von Solaris zurück, aber jetzt würden die Firmen sogar in einer "dramatischen Geschwindigkeit das sinkende Schiff verlassen". Den größten Anteil an dieser Entwicklung hat sicher die zunehmende Popularität des Linux-Betriebssystems. Zu einer Besserung hat aber sicher auch nicht beigetragen, dass Solaris durch den Kauf der Firma Sun in den Besitz von Oracle gelangt ist, das in Unix-Kreisen vergleichsweise wenig Sympathien genießt.

Ähnlich erging es ja in den letzten Jahren der Bürosoftware OpenOffice: In kürzester Zeit hat sie sich vom Vorzeigeprojekt zum Buhmann entwickelt, alles dank der Übernahme durch Oracle. In der Folge verließ ein Großteil der Entwickler das OpenOffice-Projekt und gründete den Ableger LibreOffice, der seither in vielen Linux-Distributionen das Ursprungsprojekt abgelöst hat. Oracle entließ noch die restlichen Entwickler und übergab die Trümmer der Apache Foundation, die OpenOffice seither pflegt.

Das jüngste Opfer ist nun MySQL, das langsam aber sicher an Bedeutung verliert. Einst revolutionär, als leistungsfähige und freie Datenbank angetreten, entwickelte sich MySQL neben PostgreSQL zum dominierenden SQL-Server der freien Software-Szene. Die Übernahme durch Oracle bescherte aber auch ihr kein Glück. Die ursprünglichen Entwickler verließen die Firma und gründeten eigene Startups, weil sie mit der neuen Lizenzpolitik unzufrieden waren.

Jetzt steigen immer mehr Linux-Distributionen auf MariaDB um, ein Produkt aus dem Hause Widenius, einem der Gründer der ursprünglichen MySQL-Firma. Auf dem Red Hat Summit in Boston wurde nun angekündigt, dass auch Red Hat Enterprise Linux MySQL durch MariaDB ersetzt – selbst wenn hier das letzte Wort noch nicht gesprochen scheint.

Oracle kann es egal sein. Sie haben seit Urzeiten die eigene kommerzielle Datenbank im Angebot, auf der sich der Erfolg des Unternehmens gründet. Und mit der Umstellung auf Cloud-Angebote, mit denen sich der Hersteller neuerdings präsentiert, ist der Verkauf von Software ohnehin in den Hintergrund gerückt. Ob nun noch jemand OpenOffice, Solaris oder MySQL gut findet, spielt dabei wirklich keine Rolle.

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus
Mehr zum Thema

Document Foundation gründet Stiftung

Die Open Document Foundation (TDF) verlautbart, sie wolle eine Community-gelenkte Organisation als rechtsfähige Stiftung  in Berlin gründen.

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Google+

Ausgabe /2019